Freitag, 10. April 2015

Kakao (aus der Flasche)

Kakao (aus der Flasche)

Wir suchen das ganze Oberdeck ab.
Zumindest den Morgen,
Wenn nicht den Tag,
Treiben mich kindliche Sorgen.
Wir finden die Oase,
Bevor die Sonne über uns steht.

Ich drehte die Platte voll auf
Und gab was ich wollte,
In meinen Topf.
Keine Erinnerung zollte
Der alten Wüste verdacht.
So hab ichs alleine gemacht.

Donnerstag, 9. April 2015

rehflexion

rehflexion

Das Reh liegt im Tümpel
Des Rehs. Es versteckte
Dem Reh(e) das Kitz-Fell.
Das Reh belehrt barsch

diese Hommage.

Mittwoch, 8. April 2015

Vergleichswaise

Vergleichswaise

Seinen körnigen Grund
breitet der Strand in der Ferne aus
auf den Fotos wirkt er
vergessen

bei Nacht

die schon lange angebrochen ist
gräbt ein schatten anscheinend
oder scheinbar

Dienstag, 7. April 2015

gesagt, getan

gesagt, getan

Vergleichsweise weiß liest der Saum
Den Wellengang vor, er verschließt
Das dunkle Meer kaum
Und verfließt

Montag, 6. April 2015

Sonntag, 5. April 2015

Ich war einmal im Kerker...

Ich war einmal im Kerker...

Grabgeruch
stell ich mir so vor
dunkel, still, einsam
vergessen,

Verblassen im Kopf
langsam die Augen

Samstag, 4. April 2015

Spiegelei

Spiegelei

Heute liegt glatt auf den Straßen
Pass auf, denn sonst rutschst du

Guck mal zur Abwechslung
Über die Nasen
Spitze!
Dort siehst du dich auch
Allegegenwärtig
Allgegenwärtig
Agegenwärtig

Freitag, 3. April 2015

Drachensteigen

Drachensteigen

Billiger Griff, billige Schnur
Dünn an den Fluren
Trotzt jede Regung
Den Windstärken ab.

Nicht weit
Von meinem roten Gesicht.

Auf stieg das Plastikgeschmeide
Hoch hoch hoch!
Da spannte sich Haar
Scharf auf die Regung.

Donnerstag, 2. April 2015

Treppen, die nicht rollen

Treppen, die nicht rollen

Ich stolpere über
Versteinertes Leben
Ableben in Stein
Ungemeißelt

Über Grundmauern
Verlagere ich Gewicht
Zum überdauern
Euers zerbricht

Mittwoch, 1. April 2015

Furchen am Waldrand

Furchen am Waldrand

Trüber Mondschein
Vom Halbmond
Abnehmend anders
Da spürst du es zieht
Deine Backe vom Feld weg
Es zieht dein Gesicht
Durch den Regen-
Gegerbten Boden

Im Tageslicht
Doch nicht real
Nur ein Ge...

Dienstag, 31. März 2015

furchen im gesicht

furchen im gesicht

wie der wein dich verändert
hat noch gebügelt
auf der stirn sonst mäandert
moll ungezügelt

Montag, 30. März 2015

Sonntag, 29. März 2015

fragen, rhetorisch

fragen, rhetorisch

Denkst du, es ist einfach?
Vergisst du nicht, dass
auch deine Worte formen,
was die Alltagswelt verdammt?
Denkst du,
Lachen macht es gut?
Bist es nicht im Zweifel du?
Du, der witzelt? Mit der Lust
die andren beteiligen will?
Damit du selbst Teil bist,
Teil bleibst?
Denkst du, es kostet den einen nichts?
Denkst du, dass nur ein Schwert verletztt
und schweigend Dabeistehen nicht?

Samstag, 28. März 2015

Kontakt

Kontakt

Idyll nennt man das wohl:
Der Himmel liegt karibisch
Über feiner Wiesenmär.
Aber denk es dir beliebig.

Davorn hüpft dunkles Moor
Auf einem Bein zum Weiher;
Springe hinterher,
Das ist ne alte Leier.

Die Reh sind aufgewiegelt
Und sie könnens sich erlauben
Denn das alles spiegelt
Sich in deinen Augen.

Freitag, 27. März 2015

Salonfähig

Salonfähig

Was strengt er sich an,
Den Salon zu betreten.
Dazu reicht weder Tür
Noch kolorierte Manier
Seiner antihöfischen
Mittelschichtkür;
Es braucht Glauben.

Und er glaubte irgendwann
War das leicht
Klickgemacht und vergessen
Wie das Kindsein ist
Man nannte das trocken
Hitner den Ohren.

Donnerstag, 26. März 2015

deadline

deadline

Da liegt sie vor mir
Wie ein Sprung ins kalte Wasser
Vom 10m-Turm,
Der mal hundert hoch war.

Der Tisch sapiegelt Tage
Seit meiner ersten verblasster,
Obwohl ich direkt
An der Glaplatte klebe.

Besser nie als spät?
Ich roch sie früh und lebe nach
Der nächsten wieder lieber,
Schneller, heißer, kürzer, tot.

Mittwoch, 25. März 2015

Fluss

Fluss

Die Stadt klingt nach Sommer
Schon rosa am Himmel
Daneben Mond-
sichel mit -schatten
Und dann geht orange die Sonne auf
Von Nebel gefärbt,
Der Strahlen zurückhält

Dienstag, 24. März 2015

gemeint sein (erste Version)

gemeint sein (erste Version)

Im Radio lief ein Lied
Ich weiß, es meint mich
Und es läuft die ganze Nacht.
+
Bis morgens wach, bedenke ich
Das schlimme, laute Leben
Durch das ich ohne LIEBE geh
Und ohne dich seit eben.

Im Radio läuft ein Lied,
Ich wusste, es meint nichts;
Und es klang wie nachgemacht.
+
Früh morgens auf, erfuhr ich
Mein ganz normales Leben.
Kein Lied und jedes sang davon
Ich gehe es mal erleben.

Montag, 23. März 2015

Sonntag, 22. März 2015

Angsträume

Angsträume

Da liegt ein Kind auf dem Gehsteig
Ich träume den Angs
Der die Lippen spitzt herbei
Und setz mich weit weg
An den Tisch der Alten.

"Jetzt bringen die Asys
Sich selber schon um!"
"Einfach übern Haufen
Gelaufen..."
"Was soll hier erst sein,
Wenn die unsere Kinder--"
"Die Schinder! Die Schinder!"

Die Puppe liegt weiter im Dunkeln.

Samstag, 21. März 2015

Ich habe kein Aussehen

Ich habe kein Aussehen

Es ist wie schlafwandeln
Bloß für die andern
Die mich nach außen gekehrt glauben
Bin ich versteckter
Und sehe nicht aus noch ein...

Freitag, 20. März 2015

stay oldschool

stay oldschool

wie immer lungern wir rum
nachdem wir drinnen
nichts lernen lernen wir hier
wie erwachsen
und allstündlich klingelts weiter

Es schellte weiter,
Auch wenn ich vorbei fuhr.
Das verhieß, die Uhr tickt
Immer; ohne mich;
Im grauen Gebäude des Jugseins.

Donnerstag, 19. März 2015

Augenkontakt

Augenkontakt

Käfig
Gehege
Selbstgewählt
Werden verfrachtet
Wohin wir wollen
Wohin wir uns zwingen

Gedrängt mit den andern
Körperkontakt
Siehst du die Fenster nicht
Schau an die Decke
Schau an den Boden

Nur der Feind sieht Gesichter.

Mittwoch, 18. März 2015

kachelwand

kachelwand

verfugt
manchmal un
regelmäßig

glanzweiß
wirft mein bild
wie verwaschen

gib acht
auf den ort
der nur sieht

Dienstag, 17. März 2015

Springgefühl

Springgefühl

Herz, die Augen sehen
Fehl, das weiß ich.
Herz, wie fleißig
Gehen wir augwärts.

Herz, die Wege fließen
Leicht von dannen.
Herz, die Tannen
Gießen sich stadtwärts.

Herz, am Boden kriechen
Macht mich wage.
Herz, die Parkanlage
Riecht nach Gras.

Montag, 16. März 2015

Sonntag, 15. März 2015

Kontinuierlicher Exzess

Kontinuierlicher Exzess

Du siehst den Himmel
Du siehst ihn nicht an
Du kannst nicht

Die wie-flüssigen Wolken sehn
Die ein herrliches Blau überrahmt
Die eine fast-volle Sonne umwärmt

Du spürst dich selber
Du spürst dich nicht an

Du liegst auf dem Rücken
Du spürst den schweren Wanst drücken

Nur so gerade eben
Das Fresskoma hält dich in Ruhe.

Samstag, 14. März 2015

Den Bach runter

Den Bach runter

Den Bach runter liegt das Meer
Haben sie immer gesagt.
Erst kommt ein Fluss,
Dann ein Strom
Und schon
Bist du zu fuß
Und hast viel gewagt
Auf der langen Reise zum Meer.

Du verließt dein Dorf munter
Und gingst schleichend
Und pfeifend
Den Bach runter.

Freitag, 13. März 2015

Wurschtheit

Wurschtheit

Ich bin benommen
Vergesse die Welt
Liege auf Wiesen
Mittellos, hungrig
Glücklich

Ich hab mich benommen...
Die Welt war mein Ort
Physischer Notdurft
Die hat sich irgendwann in geistige
Gewandelt

Donnerstag, 12. März 2015

Im Atombunker

Im Atombunker

Vierzehn Tage Gestank
Lassen Grenzen
Zwischen Gegner
Und unter Kumpanen
Verschwimmen

Was für ein Zustand
Für uns Zivilisierte
Die dicht aneinander
Liegen, sitzen, stehen
Verschwimmen

Licht sei ausgefallen
Als zwei Schatten zu einem
Stück dessen Teil ich nicht
Gewesen sein wollte
Verschwimmen

Mittwoch, 11. März 2015

Highlander

Highlander

Ich habe den Kopf des letzten meiner Art
Von seinen Schultern geschlagen.
Jetzt sehe ich in und durch die Augen
Jedes Menschen der Welt.

Das ist einsam.
Ich weiß nicht,
Ob mir das gefällt.

Dienstag, 10. März 2015

Normalität

Normalität

Ich hoffe, die Normalität ist ein Fluss.
Verschiedene Etappen, kein einziger Guss
Verschiedene Wasser über die Zeit
Und aufgelöst ins Meer: ihr letztes Geleit.

Montag, 9. März 2015

Sonntag, 8. März 2015

Der einzige Weg

Der einzige Weg

Schlund ist trocken
Und Wundsein gewohnt;
Drück hartes Brot ins Gebiss.
Es geht.
Weil der Hunger groß
Weil die Gasse lang
Und laternengesäumt
Ist in den Träumen

Die Straße des ewigen Kuchens:
Kurz und Tag und Nacht hell.
Wir winden uns drauf
In Alpträumen
Von ihrem Ende
Mit trockenem Brot.

Samstag, 7. März 2015

Vergelden

Vergelden

Sie bilden den Krieg
ab, bewegen Welten
durch sonst-leeren Raum.

Da wird nicht gerächt,
was sie nicht tangieren
kann/ darf/ soll/ will.

Freitag, 6. März 2015

Weltsicht

Weltsicht

Dynamisch schweift mein Auge von...
Von Wald zu Fluss zu Stadt zu Berg
Des Landes, das ich erbte.
Sein Herzog bin ich jetzt.
Der Herrscher meiner Sicht,
Die erst am Horizont erlischt.

Der trübe Blick der Müdigkeit
Lag auf der Landparzelle.
Das Land, das ich mal erbte,
Ist nur noch Teil des Ganzen.
Ein Herzog bin ich Wicht,
Vom Internet vernichtet.

Donnerstag, 5. März 2015

Gürtelschnalle

Gürtelschnalle

Bildschönes Beiwerk.
BlingBling am Gehänge.
Verlässliche Partnerin,
Redet nur viel.
Und öffentlich
Hose hoch
(meistens).
Zuhause fällt sie
Mir dann zu Füßen
Und öffnet die Hose
Ganz wie von selbst.

Mittwoch, 4. März 2015

Im Stehen

Im Stehen

neuer Ort
nicht hell nicht dunkel
wie schwarz-weiß
geh durch wie im traum
finde mich zurecht.

eng gekachelt
aber nicht fein
der Geruch von ammoniak

nach der waschbeckenlounge:
allee.
baumersatz:
Pissoirs, links - rechts kabinen.

Alternativlosigkeit.

Dienstag, 3. März 2015

lass los

lass los

Du siehst mich
An der Klippe
Meiner Krippe.

Du siehst nicht
Dass ich stehe
Und nicht gehe.

Du liest nicht
Meine Lippen
Nur mein Wippen.

Du liest mich
Wie die Zeitung
Als Anleitung.

Du ziehst mich
An der Hand am
Klippenrand.

Du siehst, ich
Seh der Wand dann
In die Augen

Montag, 2. März 2015

rauchen

rauchen
winzige schlote
in den straßenzügen
sind auch fremde lungen
geschädigt

Sonntag, 1. März 2015

Weinzwang

Weinzwang

...und wir bezahlen noch dafür,
Dass Religion unser Leben bestimmt.
Was der Christ da mit dem Wasser tat,
War als Aktion schon recht anti.
Doch übrig blieb der Rausch allein
Weil er wusste,
Wir können sonst einfach nicht
Miteinander.
Um jeden Preis.

Samstag, 28. Februar 2015

Getrennt

Getrennt

Stell dir vor:
leben in einer welt
wo frau und mann
nur reproduktion
im bett zusammenhält

eltern wären dann
nur frau und frau
o. mann und mann

und ekel würde den sex begleiten,
ein fetisch: das andre Geschlecht
geächtet, verlacht, nicht echt

Freitag, 27. Februar 2015

Print

Print

Worte sind was wert,
Weil sie Wörter überwinden,
Und festgeschrieben auf Papier
Mehr als gesagt
Mehr als gedacht
Schwarz auf Weiß

Worte wie Menschen,
Weil sie nutzten um zu schaffen
Und sich vermehrten trans Papier
Übergeschrieben
Doch ungewählt
Im Zweifel.

Donnerstag, 26. Februar 2015

Bananenraffinerie

Bananenraffinerie

Schweißgesicht der Schwarzen
Verschwimmen im Düstermeer.

Zuletzt wurde einer umgebracht
Das gefällt der Gewerkschaft nicht sehr

Aber keiner beschwert sich von innen.

Maschinen sind groß und schwer
Was sie machen, was keiner so sehr

Wie der alte Mitupi.
Seit Jahrzehnten der Schwarzenaufseher.

Mittwoch, 25. Februar 2015

Beruhigungstee

Beruhigungstee

Berühre knallend
Den Tassenboden
Auf dem ich liege

Da zerstört er nicht,
Da stört er nur sanft
Die Unruhe - ruhe - Die Ruhe

Dienstag, 24. Februar 2015

Mission

Mission

Sie riefen ihr Fehl
in die Welt hinaus.

Andere schwiegen.

Sie machten keinen Hehl
aus ihrem Applaus.

Andere blieben entspannt.

Sie nannten das Fehl,
schickten Galgen voraus.

Andere sind weggerannt.

Montag, 23. Februar 2015

rücksicht

rücksicht
nahmen wir
ihnen; vorsichtig nicht
gewesen, wollten wir weiter
rauchen

Sonntag, 22. Februar 2015

Aberglaube

Aberglaube

Modern ist immer.

Du musst zugeben,
Die sind nicht wie wir.
Aber darf man ja
Auch nicht mehr...
Weißt schon.

Ne. Weiß ich nicht.

Denken nicht sagen.

Was?

Diese Leute auch
Moslems
Bin ja nicht rechts
Aber wollen doch alle
Das eine...

?

Was ich will!

Samstag, 21. Februar 2015

er brannte

er brannte

ne woche her
dass wörter sehr
wörtlich mir
aus fingern
flossen
und aus augen
interpunktion

symbole
symptome
die zeit und seele
im feuer
verschlingen

Freitag, 20. Februar 2015

Entfolgung

Entfolgung

Weg vom Fenster
Geht das Leben
Hinter der letzten
Gardine verloren

Woanders leben
Nicht mehr gesehen
Klickte mich einfach
Vom Fenster weg

Donnerstag, 19. Februar 2015

Ungehalten

Ungehalten

Warme Arme friert allein
Wird eine seiner ersten sein

Ausgeliefert sitzt sie klein
Das Kleid zerrieben, Augen rein

Augen saugen seinen Weg
Den hat er selbst dort angelegt

Um jetzt auf sie zuzugehn
Sich ihrer anzunehmen

Macht zu nehmen
Nur echte zählt

Mittwoch, 18. Februar 2015

in aller...

in aller...

und dein mund
lacht vor mir wie er lachte
nicht unbewegt, nicht ständig

folgt mir entlang der brücke

am horizont zwischen
himmelblau und himmelbett
vertrocknet

Dienstag, 17. Februar 2015

einfach nur II

einfach nur II

Sein Sein versprach
Ihm damals wenig Mut
Nichts ist einfach
Nichts ist einfach nur gut

Wir dachten Büschel
Aus der Kindheitsweide
Und wie schön-- als er zischelt:
Lässt du mich in deine ... ?

Montag, 16. Februar 2015

Sonntag, 15. Februar 2015

keine Entschuldigung

keine Entschuldigung

Da stand sie auf und ließ die Männerrunde
Zurück, die Worte waren ihr zuviel.
Kein Opfer war sie eines Spiels
Gespielt zehn gegen eins zu später Stunde.

Sie sagten, dass sies nur ironisch meinten
Und glaubten, was sie sagten, stimme doch.
Sie fühlte sich trotz allem noch gemocht
Und schlecht, weil schlechtes Fühlen sie begleitet.

Der Schlaf erbrachte ihr dann schöne Träume.
Dort sah sie sich und alle unverletzt
Und jeden gleichmaßen (ein)geschätzt.
Erwacht betrat sie blutgetränkte Räume.

Dort sprach bedenkenlos und schneidend-wahr der Wein;
Dafür kann "Ironie" keine Entschuldigung sein

Samstag, 14. Februar 2015

Lass den Tag zuende gehen

Lass den Tag zuende gehen

Du ziehst an den Stadtrand
Für bessere Sicht auf das Land
Verziehst dein Gesicht unverwandt
Die U-Bahn hast du noch nie bezahlt.
Sie zieht sowieso jede Fahrt
Bis zum Endhaltpunkt durch.
Du zahlst mit dem Körpergeruch
Den die Leute eh sehen
Aus der Innenstadt, deinem Lehen,
Kehrst du stündlich hierher
Und ziehst ohne Ausstieg zurück.
In dein Glück. In dein fehlendes Glück.

Freitag, 13. Februar 2015

getroffen

getroffen

Wie Messehallen sind die Straßen
Voller Menschen, die im wahrsten
Sinn sich nach Erlebnis sehnen.
Jetzt geh ich raus zu denen.
Später wird sich zeigen, wen
Ich nochmal sehen will.

Ich raffte meine Jalousien,
Sah hinaus, den Blick verliehen
An die helle Fensterscheibe.
Sie zeigte, wer zu leiden
War; anhand der Menschenzahl,
Die hinter jedem stand.

Donnerstag, 12. Februar 2015

Dem Steinweg

Dem Steinweg

Ich denk, ihn legte
Jemand extra für mich an,
Damit ich leichter
Zu ihm kommen kann.

Dem Steinweg folgend
Stieß ich auf so manches Kreuz,
Das weiter führte,
Weiter weg auf Holz.

Mittwoch, 11. Februar 2015

Hofnarr

Hofnarr

war Cicero schon
ließ andern den tanz
und schuf so Stapfen
neustapfen, spuren
die du befolgen musst

verblasst über Zeiten
spiegelndes wasser
füllt und zeigt gesicht
dein Gesicht, königlich
gerufen zu stillen
gerufen zu schaffen

Bedürfnisse

Ruhige den König
Rege ihn auf
Den ersten des Volkes
Zeichen des Volks
Rege es auf
Beruhige das Volk

Dienstag, 10. Februar 2015

einfach nur

einfach nur

Wir rissen Büschel
Aus der fernen Weide
Dann dem andern ins Gesicht
Wie ein Nasenkleid

Und ließen windwärts
Diese Masken fliegen
Und wir sagten verscherzt
Dass sie sich kriegen

Dann lagen Hände
Händen bei und Rücken
Auf der kalten, weiten Erde
Und wärmend ohne Lücke

...

Montag, 9. Februar 2015

Sonntag, 8. Februar 2015

Geschichte wird Geschichte

Geschichte wird Geschichte

Punkt in Zeit und Raum
Der Sterben konzentriert
Und ins Erinnern friert -
Ein anderer kann es kaum.

Zauber stoßen an
Die Seelen und das Hirn
Und drehen ein starkes Zwirn
Aus Volksgedanken dann:

Besucheraugen sei
Erstmals das gedachte
Wort geklärt: hier machte
Die Arbeit niemals frei.

Samstag, 7. Februar 2015

blendende Kunst

blendende Kunst

er brüllte, aber zärtlich
dezenz sei schwäche
sagte er
vergiss das bild
guck die stahlträger
an unter der decke

Freitag, 6. Februar 2015

Denken schenken

Denken schenken

Buch und Traum
folgen sich
richtung nicht
erfassbar; Kaum
wer schreibt wer liest
wer denkt wer sieht
bilder entstehen

Bildexistenz
hielt im bann
jetzt, dann, wann
denken und wenns
verflimmt war klar
wer sandte wer sah
bild und traum

Donnerstag, 5. Februar 2015

(er)kannt

(er)kannt

Überdruss, Überfluss
Wie gut das tut!
Mein Übermut
Kraft, Wunsch, Macht
Wie sie kracht
Bei meinen Jüngern
Dank den Jüngern
Wenn ich, selbst jünger, will.

Mittwoch, 4. Februar 2015

rot

rot

Eh es die Kirchentür verschlägt
Wind. Wind! Winde dich
Am Boden zurecht
Der, Eisstein, deinen Rumpf

Am Altar gebunden
Dämon, nimm meinen Teil
Als deinen Teil an

Spüre die Farbe
Die Beine hinab
Rinnen

Kind
Ausgepresst

Dienstag, 3. Februar 2015

Feiern gehen

Feiern gehen

Beat macht klopfklopfklopf
Und Heat im Kopfkopfkopf

Es ist Nacht
Die dritte in Folge
Durchgemacht

Niemand hörtthörthört
Was nie störtstörtstört

Das Geschäft
Da boomt verdächtig
Ungerecht

Einseits tontonton
Seit Emotiontiontion

Sich verkühlt
Und ständig nur weiter
Ausverfühlt

Dann gestopftstopftstopft
Mit dem tropftropftropf.

Montag, 2. Februar 2015

belanglos

belanglos
nachts schreiten
ungewacht tags streiten
und jedes Wörtchen wird
relevant

Sonntag, 1. Februar 2015

Sensation

Sensation

Jetzt ist es da:
Das Buch zum Krieg!

Lest, wie die Ware siegt
Und Bürger wider Bürger
Einander entgegen zieht!

Jede Woche ein Kapitel
Seit das Selbstmordattentat
Die neue Zeit lostrat:

Täglich neue Titel!

Lest und lest! Und
Glaubt und glaubt!

Die Vatertat sucht Folge
Nach der Zebrastreifen-Zeit.

Samstag, 31. Januar 2015

Wie kann man

Wie kann man

Vater ging am Zebrastreifen hoch
Zerriss sich zur Erinnerung
Und Hunderte mit in den Tod

Selbstmordatten--
vater

Was sollen wir denken,
Für die er sich sprengte?
Lieben, leben was er ist,
war. In Stein. Geritzt.

erinnerung{s}riss

Straßenzug ein Trümmerfeld in Liebe
Gehen wir zerrissenen Grund entlang
Berechtigt und selber zerstört

Gehört.

Freitag, 30. Januar 2015

Davorstehn

Davorstehn

Das Zebra legten sie ihm
In Streifen zu Füßen
Es ruht ganz wirkungslos da
Als würde es ihn grüßen.

Die Fahrer grüßen ihn nicht
Obwohl sie es müssen
Fahren sie ungehalten
Als ginge es ihnen beschissen.

Sie sieht er, sprachlos erzürnt
Den Schritt wird er lassen
Bis sich einer erwärmt
Den kann er besonders hassen.

Donnerstag, 29. Januar 2015

Nicht kaputt

Nicht kaputt

Weltensplitter, verstreut
Zwischen dir, dir, dir und dir
Sammelt er hier bei sich
Wie Leute und setzt sie
Zueinander.

Und setzt sich selbst dazu
An diesen Tisch
Mit Puzzleteilen voll.
Wo alle Puzzler: sind.
Wo alle: Puzzler sind

Ist er der Puzzler
Und das letzte Stück,
Weil er zuletzt dem Bild
Seine Form aufdrückt.

Mittwoch, 28. Januar 2015

Für Dich

Für Dich

Oh -
ich dachte, du isst
drüben für dich...

mit uns nicht,
nicht am tisch
dein gesicht
empfängt
vermischt
zwischen Abscheu
Verständnis, Verstandlos

dacht ich, du isst
drüber für dich.

Dienstag, 27. Januar 2015

Leiden schafft

Leiden schafft

Mein Kreuz, mein Kreuz
Ich muss, ich muss
Der vielen Wege einen gehen.

Mich freut's, mich freut's
Am Schluss, Verdruss
Ist letztlich nicht zu sehen.

Montag, 26. Januar 2015

Sonntag, 25. Januar 2015

Nachtsalven

Nachtsalven

Geh über mir
Vorbei.
Zerdehne deine
Dauer noch - -
Ertaubt, versteift,
verschwitzt
sind meine Glieder
lauer doch
vergleichbar an
gespitzt
geritzte blut
bedachte

Samstag, 24. Januar 2015

Spielzeugin

Spielzeugin

Gebunden an Worte
Ein Wort, tief in der Kehle
Ist es steckengeblieben,
Weil ich verfehle,
Es über Lippen zu schieben
Kauere ich fort
an im Lüftungsschacht weiter.

Freitag, 23. Januar 2015

Stereotyp

Stereotyp

Die Musik spielt
Vor seinem Kopf.
Da kann er sie fassen.
Mehr lieben.
Mehr hassen.
Mehr ordnen.
Mehr lassen.

Dann öffnete die Welt
Den Hinter-Grund
Und eine Mitte.
Er blieb bei sich stehn,
Sah nur nach vorn
Ohne das Hinten zu sehn.

Donnerstag, 22. Januar 2015

Zeiten ändern

Zeiten ändern

Jeder Stuhl besetzt
Am Tisch der letzten Weisheit
Kreisen die Gedanken. Jetzt
Wird jetzt gesetzt
Am Rad der Zeit.

Wir drehen es vermittelt.
Denn ein ganzes Rossgespann,
Getrieben von zehn Treibern,
Braucht die schwere Scheibe.

- sind lange unsichtbar,
Das Riesenrad ein Abbild
Auf dem Weisheitstisch.
Wer diese Welt bewegt (ich?)?

...und Zeiten ändern mich.

Mittwoch, 21. Januar 2015

Brille

Brille

Was spiegelt sich darin?
Ist es wie
Durch meine Augen sehn?
Nur spiegelverkehrt,
Rückwärtsgewandt?
Von meinen Augen
In ein anderes Land
Dass ich selbst
Nicht sehen kann?

Dienstag, 20. Januar 2015

Telepathie

Telepathie

Stift und Seite
Hängen aneinander.
Augenblicke fand er
In der Weite.
Erfand er als es schneite.

Augenweide,
Baum der letzten Früchte,
Kaum sind die Gerüchte
Messers Schneide.
Gerüchte lachen leider.

Stift und Seite
Weiden auf der Heide.
Augen und Getreide
Suchen Weite.
Getreide keimt im Heiter.

Montag, 19. Januar 2015

Sonntag, 18. Januar 2015

Totaler Konsum VIII

Totaler Konsum VIII

Warten. Drei vor mir.
Drei nach mir. Die warten.
Körbe. Gefüllt mit
Lebensunnötigkeiten.
Gesammelt. Ad-hoc.
Ohne Richtung.

Einkaufen? Nein. Ich
Gehe nicht einkaufen.
Ich gehe kaufen.

Samstag, 17. Januar 2015

Instanz

Instanz

Farblose Energie
Verfugte die Steine
Zu einem Gebäude,
Um jedes Genie
Vor seinen Mauern zu bannen.

Versengende Apathie
Verfügte alleine
Zu keinerlei Freude,
Um die Hierarchie
In seinen Mauern zu bannen.

Freitag, 16. Januar 2015

gemeint sein

gemeint sein

sendersuchknopf
jede frequenz
führt das lied
meines lebens fort
als gäbs nur das eine

frühes herz -
sachter schlag
sie meinen mich
sie meinen mich

senderautomatik
eine frequenz
jedes lied
war auf einmal gleich
als gäb es die Bedeutung

spätes herz -
müder schlag
sie meinten mich
auch damals nicht

Donnerstag, 15. Januar 2015

be(kannt)

be(kannt)

Was bringt Wissen
Eines Einzelnen?
Viele müssen
Gedenken.

Predigt im Park:
Was kann ich bewegen
Wenn keiner erlebt?
Was kann ich erleben
Wenn keiner sich bewegt?

Wissen ist Macht
Wenn Machen auch
Bewusstsein schafft.

Mittwoch, 14. Januar 2015

was waltet ist egal

was waltet ist egal

Bewegst dich durch
Herrschaftliche Hallen
Hallen der Herrschaft.

Die Flure säumen
Gesichter der Herren
Alleen der Herrschaft.

Der Flur, gefliest
Mit Lebensstationen
Vergängnis der Herrschaft.

Gewalt verzieht
Die Türen unpässlich
Mächtige Herrschaft.

Verlass deinen Flur
Richtung Himmelsverlies
Gestalteter Herrschaft.

Betrachte den Gang
Wie einflusslos
War die ganze Herrschaft?

Dienstag, 13. Januar 2015

traurige Tänzerin

traurige Tänzerin

Führ dein schönstes Kleid hinaus
- ich finde es schönt jede Stätte -
Und dreh deine Pirouette:
Neuer Tag steht gleich ins Haus.

Fällt es auf die Straße, tanz
- sie ist doch dein Grund! - noch zuende,
Es liegt so frei im Gelände:
Autos nehmen zaghaft die Distanz,

Fahren ohne Sichtkontakt
- zerfetzen das Kleid - durch ein Dunkel,
Ersetzen weißes Gefunkel.
Übrig bleibst du nassgematscht und nackt.

Montag, 12. Januar 2015

beschwipst

beschwipst 
abgestiegen, befreit
der kneipe entkommen
nach einem absturz (fauststurz)
stocknüchtern

Sonntag, 11. Januar 2015

Gewaltige Erbschaft

Gewaltige Erbschaf

Gewitterrauschen gefällt dem Sohn,
Weil es immer sein Leben bestimmte,
Bis das seines Vaters verglimmte
Und seines langsam verglomm.

Das Rauschen entlässt diesen Sohn
In ein Leben ohne Bemerken,
Das Kind eines andren ist schon
Ins Blitzlicht genommen.

Samstag, 10. Januar 2015

Zeugin

Zeugin

Bitte,
Schildern Sie die Ereignisse
Des besagten Abends
Vom 15. März dieses Jahres.

Wir hielten uns auf der Straße
Dicht an der Felswand,
Die Autos verlangsamten manchmal.
Wenn sie uns sahen.

Wir trafen auf Ihn, denn er saß wo
Die Fahrbahn zum Hang fand.
Die Stelle der Route war schmal.
Die Augen hielt er auf uns

Und er sagte:
Ich habe das Glück
Gesehen. Und sprang.

Freitag, 9. Januar 2015

schwarz auf weiß

schwarz auf weiß

Im Cafe erfasste der Dichter
Ein Bild seiner Umwelt,
Ob echt oder nicht, der
Gemachte Vers gefällt.

Im Cafe erfasste den Dichter
Ein Bildner der Umwelt,
Der echt alle Lichter
Gerecht auf Filmen behält.

Donnerstag, 8. Januar 2015

(ver)kannt

(ver)kannt

Sie sagten: du kannst nicht.
Ich konnte.
Sie sagten: du darfst nicht.
Ich tat.
Sie fürchten: du hast nicht.
Ich hab.
Sie glauben: du warst nicht.
Ich bin.

Und der Krieg verflog
Als mein Feuer
Über die Länder des Feindes zog.

Und sie sagten: --
Ich --

Mittwoch, 7. Januar 2015

Erlebnis

Erlebnis

Schwarz oder bernsteinfarben
Tropfen
Tropfen von der Keramikwand ab.
Ihre Farbe - fast ideell,
Kreation eines Geistes
Wie mancher Diphtong
Geschrieben, gesprochen,
Gedacht.

Oi! -
Es ist noch Tee in der Kanne.

Dienstag, 6. Januar 2015

Kneipen

Kneipen
 
Hier sprechen die Trinker von Form
Die nicht funktionieren wird
Dabei hat sie die Welt schon genormt.
Der Politiker ist ihnen Wirt.

Hier trinken die Sprecher von Welt
Auf sich und ihr formendes Lenken,
Dem Wirt als Politiker gefällt
Einen Glauben auszuschenken.

Montag, 5. Januar 2015

Sonntag, 4. Januar 2015

Winter

Winter

dunkel raus
dunkel nach haus
dunkel augen
dunkel grau
dunkel blau
dunkel augen
dunkel auf aus
dunkel genau
dunkel augen
dunkel waugen
dunkel wagen
dunkel taugen
dunkel tagen
dunkel saugen
dunkel sagen
dunkel laugen
dunkel lagen
dunkel licht

Samstag, 3. Januar 2015

Bahnen

Bahnen

Lerne das Muster zu schätzen,
Dein Geist wird sich nicht dran verletzen.
Sprache, ein Wuchergeflecht -
Korsett drängt den Körper zurecht.

Lerne das bindende Muster
Im Kochtopf der Lust und Verlust der
Starre zu kochen, bis Rauch
Die Luft in der Küche verbraucht.

Freitag, 2. Januar 2015

Fehler in der Matrix?

Fehler in der Matrix?

Auftakt des Anstiegs:
Herzklopf--
Treppe im Doppel
-schein/-schatten

Drehe mich um und
Mensch geht vorbei
Männlich
Drehe zurück.

Auftakt des Anstiegs:
Herzklopf--
Treppe im Doppel
-schein/-schatten

Drehe mich um und
Mensch geht vorbei
Derselbe: weiblich
Drehe zurück.

Donnerstag, 1. Januar 2015

Erst

Erst

Vor dem Mond zerspringen
Die Lichter der Leute,
Ein zunehmender Mond.
Wie das Jahr wird er voller,
Nur schneller erreicht er
Seinen Zenit.