Mittwoch, 16. November 2016

Fernbusschicksal

Fernbusschicksal

Ein Rückblick in Gleitgel
Für Sprache
Handcreme lässt fremde
Und eigene Hände
Verwechseln, vermischen
Sich zwischen dem halbdunklen Licht
Welches ich deutlich
Als SommerTaghelles erinnere, Heiß
Im Speziellen
Seelen und Körper
Momente
Von Gestern und Zukunft

Dienstag, 15. November 2016

Zehn Jahre können reichen

Zehn Jahre können reichen

viele Hände von allen Seiten
die am Steuerrad reißen
halten das Schiff auf Kurs

bis ein Paar Hände alle bestreitet
und das Steuerrad greift,
hinter seinem Kurs vereint

Montag, 14. November 2016

gezeichnet

gezeichnet
aus bloßen
strichen, die details
des schreckens verbergen und
zeigen

Sonntag, 13. November 2016

Reverse Analysis

Reverse Analysis

LED-Licht bestreicht meine Kammertapete
Mit dem künstlichen Warmkerzencreme
Aus dem Träume entstehn,
Die ich wortarm zu Realitäten verknete.

Als mein innerer Forschwind die Fenster zersplittert
Dringt statistischer Frost in die Welt,
Die soeben zerfällt.
Analytisch verdichtete Farben: erschüttert.

Ich erkenne Partikel, die feinglänzend stauben.
Aus verblätterten Traumseiten bricht
Dann das Empiriedicht.
Das ich dichtlinguistisch der Willkür beraube.

Selektion übertragen auf Komposition
Erzeugt Situation.

Samstag, 12. November 2016

Zeitspeicher

Zeitspeicher

Der Zug steht still
Die Kolben überhitzt
Wer hat zu viele Kohlen
In die Brennkammer geschaufelt.

Es dampft das Geld
In Bündeln vom Kamin
Ich hab mein ganzes Leben
In die Brennkammer geschaufelt.

Freitag, 11. November 2016

Schulterlblick

Schulterlblick

Nebeneinander im Takt.
Augen gerade, Augen gerade.
Glaubt, euer Hintermann packts.
Vorne zählt bei der Parade.

Donnerstag, 10. November 2016

Gedankenmesser

Gedankenmesser

Mein Zeiger zeichnet
Gezackte Wellen
Auf Millimeterpapier.
Mein unruhiger Schlaf
Schenkt mir die Geistsicht
In der ich neben mir
Schwebe. Ein Traum
Und mein Arm gelangt
Unter die Nadel,
Die öffnet ihn ritzend,
Ein Pochschmerz erweckt mich.
Haut aufgekratzt.

Mittwoch, 9. November 2016

critical

critical

spontanverhefte rohteigmasse
wartet angesäuert, aber friedlich
bevor sie sich ausdehnt,
die straßen überströmt,
ihren raum nach gesetz erwuchert.

hupende autos kneten gemüter,
formen den festen teig,
versuchen appelle
mit ihrer wucht
den Fahrrädern einzuprügeln.

Dienstag, 8. November 2016

Ausgedruckt

Ausgedruckt

Zwei Zeilen
Zahlenkolonnen folgen
auf https://www.###
am oberen Rand
auf Hochglanzpapier,
das zerknittert im Mülleimer liegt;
der glanzweiße Rest
Schnee von gestern.

Montag, 7. November 2016

schmerzhaft

schmerzhaft
sprengt eissplitter
knochennerven, die zelle
im nacken birst voller
folter

Sonntag, 6. November 2016

Verbraucher

Verbraucher

Marktgesetze treiben
Mich von Stand zu Stand.
Auch wenn ich Güter fand,
Konnt ich nicht stehen bleiben.

Ich nehme, was ich wüte
Zu brauchen, gehend weg,
Zahle viel und stecks
Hastig in die Tüte.

Kaufkraft hab ich, Tragen
Wird jetzt das Problem.
Gewicht krümmt unbequem

Den Rücken. Kann ich wagen
Einmal kurz am Rand
Zu sichten, was ich fand?

Samstag, 5. November 2016

Koks ist unser Fleisch

Koks ist unser Fleisch

Die Nase voll
mit Blut
der Fremde
lässt mich
Genuss bedenken.

Wieso ist verboten,
was dich selbst
doch nicht,
was die Welt
zerstört?

Freitag, 4. November 2016

still sein

still sein

ich bin der stausee
der schweigend liegt
gefüllt mit den gedanken
die ich seither verschwieg

eure gebote
erzogen den damm
und schufen ein rinnsal
das durch wartung verschwand

speist mich der regen
erlebt mein fluss
die enge meiner ufer
die ich einhalten muss

stramm hält die mauer
die träne drückt
sie dichter zusammen.
werde schweigend verrückt

Donnerstag, 3. November 2016

Mittwoch, 2. November 2016

Schweinehund

Schweinehund

Gefesselt vom Programmcode
meines Lebens
Schmerzt meine Augen das Lesen
und krümmt meinen Rücken
das Gewicht der Routinen.

Dienstag, 1. November 2016

Resistance in der Frühe

Resistance in der Frühe

Schon brennen wieder Tempel.
Wir haben es geahnt.
Und wer hat euch gewarnt,
Die Falschen zu stützen?

Gesagt (ist leicht) getan.
Wer hätte es geahnt?
Die Blicke sprachen machtlos...
Schon brennen die Tempel.

Schon rennen die Menschen.
Wir haben uns gewarnt
Im Stillen und getarnt
(Und dachten: uns triffts nicht).

Wir sind jetzt gewarnt.
Wird Widerstand geplant?
Keine Zeit verplempern:
Noch brennen keine Tempel.

So früh wie möglich agieren
Es darf nicht mehr passieren

Montag, 31. Oktober 2016

verlegen

verlegen
schmerzt des
autors rücken ans
marketing verlorene schreibzeit ist
beschämend

Sonntag, 30. Oktober 2016

Statuen

Statuen

Die Eigenschaften drangen
Göttergleich und rein
In die Erde ein.
Sie waren wie gefangen.

Die Menschen zwischen ihnen
Blitzen wie verwischt
Bis ihr Licht erlischt,
Weil sie dem Zeitstrom dienen.

Sie sind nicht recht zu sehen
Die einen sind gebannt
Zu Stein erstarrt - von Hand.

Sie können nicht verstehen
Die andern sind galant
Noch bis zum Tod verspannt.

Samstag, 29. Oktober 2016

happy melancholia

happy melancholia

schon wieder am rand
weiß ich nicht, was das soll.
der traum sagt mir: spring
doch ich stehe und sehe
herunter. kein grund
für den schritt
für den tritt aus dem leben.
mein schatten fällt vor mich
ein licht muss es geben.
und ich drehe mich um
es zu fangen.

Freitag, 28. Oktober 2016

Furrytale

Furrytale

Babyblau gepuffte
Schulterpolster
Streifen grazil
Die schmalen Mauern des Verlieses.

Jede Zelle steht ihr
Auf, die Schlösser
Sind lange weg.
Und nackt betritt sie sein Versteck,

Hände schließen schwarzen
Pelz am Körper.
Mit einem Plug
Wird sie zum Panther umgedacht.

Donnerstag, 27. Oktober 2016

wieder vereinigt

wieder vereinigt

wann?

ich bin der zeiger
der vor und zurück
tickt, die sekunde.
mein antrieb säuft ab.

ich bin der zeiger
dem ohne gesicht
stunde um stunde
die stimmung versagt.

ich bin der zeiger,
gesicht hinter glas,
zeitlos verbunden.
ich kann nicht zurück.

ich bin der zeiger.
im spiegel der uhr
zähle ich wunden
und vergesse kontakt

bis schweigen
meine sprache ist.

Mittwoch, 26. Oktober 2016

Schärfere Mittel

Schärfere Mittel

morgens halb 5
riecht es noch nicht
nach etwas
im fahrradabteil
vor dem zugklo.

hast du gepisst?
schließ mal die tür.
sonst setzts was
du lappen; kein bitte
für schwachsinn -- !

Dienstag, 25. Oktober 2016

Zurück ins Leben

Zurück ins Leben

wachkoma - piepen -
aufgerissene lider -
weltbild im kopf -
ermüdete glieder

flugzeugglas beugt
mein profil
beim aufschlag
der augen
auf beiden seiten
ich

komatraum
traumkoma

allmählich wird
ausschließlich
haut alltäglich

wachkoma - piepen -
ohrendruck - sausen -
urlaubstraum aus

Montag, 24. Oktober 2016

bildungsfernsehen

bildungsfernsehen
bildet bildungsfern
sehen bildungsferner. ferngebildetes
flimmert ungesehen und macht
bildungsfern

Sonntag, 23. Oktober 2016

Algorithmisches Leben

Algorithmisches Leben

Licht startet Leben, ein rhythmisches Flackern
Drängt durch das Nervensystem.
Laut, neue Welt; unbequem
Brüllst du: sofort heißt es Ackern.

Lernen beginnt und heißt Stürze verzeichnen,
Neustarten, noch eine Chance,
Endlose Schleife der Trance
Denkt jeder erst und vergisst dann zu speichern.

Mortalität wird Gedanken verfluchen,
Wenn sie den Code spät beschleicht
Dessen Algorithmus verheißt:

Hinfallen, aufstehen, wieder versuchen;
Macht letztlich höchst-routiniert,
Bis das Programm terminiert...

Samstag, 22. Oktober 2016

Jeden Tag verärgert

Jeden Tag verärgert

beim frühstücks
verkehr täglich

abgehetzt
die billige
handpumpe
angesetzt

am ventil
des zerjährten
rückrads

rückgrat
wär nötig
zur einmaligen
reparatur
die ewigen
ärger erspart

Freitag, 21. Oktober 2016

Pendelgang

Pendelgang

Jahrhundert alte Gleise
Sind mit Zeit geladen
Bewegungsenergien
Wandeln neue Wagen
Direkt in meine Waden.

Donnerstag, 20. Oktober 2016

Das Gegenteil sein

Das Gegenteil sein

Ich glaube im Stillen
Vielleicht bin ich Christ
Und bete um seinen guten Willen
Vielleicht auch nicht

Gefällt dir mein Gedicht
Wenn es anders ist nicht?
Warum fragst du mich denn
Wenn ich nie davon sprach?

Die Erwartung zu brechen
Obliegt mir als freier Mensch.
Darum denke, ich sei das Gegenteil
Dessen, was du hören möchtest.

Und jetzt?

Mittwoch, 19. Oktober 2016

Diplomatisch

Diplomatisch

Alles auf Band
Spulen wir ab
Wenn jemand sagt
Das war schlecht:

Automatisch.

Keine Kritik,
Ich war es nicht,
Hab keine Schuld:
Ungerecht!

Dienstag, 18. Oktober 2016

Fiktionale Grenzen

Fiktionale Grenzen

Alaska ließ die Aleuten
In einem Tag erstarren
Verkauft nach Westen, an die Guten.

Probleme des Kalenders wurden
Behoben. Sie haben einfach
Den Datumsstrich verschoben.

Montag, 17. Oktober 2016

Sonntag, 16. Oktober 2016

Genussüberreiz

Genussüberreiz

Wir Könige fressen täglich Tische leer,
In Wohnzimmern, gedeckt mit allerlei
Gerät, das sich mehrt, und fühlen uns dabei
Körperlich schwer und geistig wie niemand mehr.

Wir Könige bestimmen nichtmal über uns
Und sprechen im Selbstgespräch Recht
Mit fremden Worten, deren Knecht
Nicht mehr wählt ohne Wählergunst.

Wir Könige erliegen dem Exzess,
Weil Überfluss zwingt,
Was in uns dringt.

Wir Könige sind ohne Stress,
Weil alles schmeckt wie alles schmeckt.
Darin ist nichts versteckt.

Samstag, 15. Oktober 2016

Weggefegt

Weggefegt

morgens früh
abends spät
wird die Treppe
reingefegt

vom Pastor
vor der Kirche

manchmal wird
in der Nacht
auch ein Penner
weggemacht

vom Pastor
vor der Kirche

Freitag, 14. Oktober 2016

hektik

hektik

Herbstwind treibt uns heiter weiter
Zueinander
Und aneinander vorbei
Reiben unsre rauen Oberflächen.

Herbst verkleidet unsre Leiber
Uneinander
Und voneinander befreit
Gleiten wir, die Kronen, auf die Flächen.

Donnerstag, 13. Oktober 2016

Ganz schön eingespannt

Ganz schön eingespannt

geschorenes Bein
probiert am Laufband
im tagfremden Neon
beleuchtet

mattes Gerät
umstellt den Körper
mit stützenden Riemen
verspannt

mindestens 10
sehn analytisch
die humpelnden Stunden
des Fleisches

traurigen Blick
beachten sie gar nicht.
fixiert auf die Hüfte
im Testschaf

Mittwoch, 12. Oktober 2016

akzeptieren

akzeptieren

deine augen
meine augen
augenhöhe

gewährt gehört
gesprochen gefühlt
gleichgewicht
gefunden

Dienstag, 11. Oktober 2016

nur Statistik

nur Statistik

Erzählt nochmal von all den Indertoten
Beim Kalkutta-Beben von 1737.
Wir zählen fleißig aus der Distanz,
Die höflichst ist geboten.

Doch niemand, der zählt, ist betroffen:
Wir, die zählen, sind dafür verschlossen.
300.000 Seelen vergossen

Denn im Weitblick
Und im Rückblick
Und im Fernblick
Ist auch das nur Statistik.

Montag, 10. Oktober 2016

signatur

signatur
auf monitor
wie eine unterschrift
piept mein leben als
herzschlag

Sonntag, 9. Oktober 2016

Arbeitszwang

Arbeitszwang

Gebuchter Leib, egal was du empfindest,
Hochgestimmter Gleichmut ist gefordert,
Lächeln, Nicken, Liebesdienst geordert;
So spurt der Seelenlose, das Gesinde

Denn Lohn steht auf dem Spiel-Tisch wie versprochen
Fülle ich den Mund zum Degustieren,
Fühle mich den Abend wie auf Viere
Gezwungen und mein Geist ist längst gebrochen.

Nur Hohn wird Kundschaft für mich liegen lassen,
Meinen Körper zeig ich, angewinkelt
Beuge ich mich tiefer hin zum Trinkgeld.

Ich schlucke. Hass. Und lasse die Terrasse,
Dankesworte fassend, still beklagend,
Hinter mir. Das kann ich mich nicht wagen.

Samstag, 8. Oktober 2016

Im Guglhupf

Im Guglhupf

Schlagermenschen,
Frühstücksduft und Kuchen
Suchen die Blicke
Vom Dichtwerk abgelenkt
Das mitschweift und -schweift
Während es reift.

Freitag, 7. Oktober 2016

Notentriegelung

Notentriegelung

Hände an
den Triegel
und wiegen
und wiegen
Bis die Noten
deines Duftes
an den Kupfer-
Wänden liegen.

Donnerstag, 6. Oktober 2016

Wie viele landet im Meer

Wie viele landet im Meer

Verpackungsmaterial aus
Gelbem Schlauchgummi
Schützt vor menschen
verachtender Umwelt auf
mittel(meer)mäßige Weise.

Müll und Menschen
Fühlen sich gleich an.

Beide sind Verpackung,
Verpackungsmaterial
Für anderes, das wir
Manchmal nicht mögen
Bevor wir es sehen.

Mittwoch, 5. Oktober 2016

überreden

überreden

das ist besser
glaub ich nicht
das ist besser
das ist besser
das ist besser
meinetwegen...

Dienstag, 4. Oktober 2016

Testbild

Testbild

An den Geräten erwarteten wir
Unseren Zeitpunkt des Schlafes
Vom Sendeschluss gewiesen
Und heute wie jeden Tag

Gleich.

Dranzubleiben gab uns die Freiheit
Der 24 Stunden Programm
Auch wenn sich sein Inhalt
Genauso anfühlen kann.

Montag, 3. Oktober 2016

augenweide

augenweide
weide meine
augen schlaffes blümchen
warum hängt dein köpfchen
traurig

Sonntag, 2. Oktober 2016

Von einer Woche

Von einer Woche

Nummer tausend - am Montag erschienen
Und verfasst im Programm - ist nicht klein
Aber zeigt mit dem nächsten vereint:
Ich bin fähig, die Welt zu bedienen.

Monumente erzeugen, Momente
Seien Baustoff des ewigen Texts;
Der verdichtet Gedenken und wäscht
Aus dem Kopf die zu schlichten Geschenke.

Disziplin verdichtet die Schwärze
Zu dem goldenen Stolz auf mein Werk.
Doch zweitausend zu schreiben - ist's wert?
Diese Frage bewegt jetzt mein Herze.

Jeden Tag oder einmal: es braucht Energie;
Sie zu nutzen verschlingt aber gibt manchmal viel.

Samstag, 1. Oktober 2016

2000?

2000?

Hinter dem
Handy zur Hand
Auf dem Glastisch
Des Living-
Hotel-Zimmers
Scheint durch
Das Hoffenster
Gardinengebrochen
Die Frage hinein.

Freitag, 30. September 2016

Golden

Golden

Geackert und gequält
Um das Rezept zu finden
Die bleigeschwärzten Wörter
Zu täglichen Gedichten
Vergoldet zu verbinden.

Die Dichteralchemie
Vergoldet meine Aura
Mit Adjektiv und Nomen
Dem Stolz, wie stolz und sauber
Er Disziplin erwächst.

Donnerstag, 29. September 2016

Dichte Gesellschaft

Dichte Gesellschaft

gedichte sind mein regen
der tropfenhaft wie schaurig
in die köpfe fällt
und ihren rausch auswäscht

bewegend und erregend
die kleinen verse deren
ungeschöntes wort
aufs neue berauscht lässt

Mittwoch, 28. September 2016

Monumentomomente

Monumentomomente

Zeitgeschichte schreibt sich bereits
Im Straßenstaub sind Fußabdrücke
Jeder Zeit - auch dieser - schon verweht.

Zeitgedichte schreiben besteht
Aus konkreten abstrakten Momenten
Sind verweisende, fluide Monumente.

Denkmalgestützt.

Dienstag, 27. September 2016

Jeden Tag

Jeden Tag

Im Durchschnitt schreib ich
jeden Tag.
Ob ich kann
ob ich mag
spielt keine Rolle.
Die Woche wird sonst,
Anders als sie soll,
Nicht voll.

Der Durschnitt treibt mich
täglich an.
Ob ich mag
Ob ich kann
lässt mich nicht kühlen.
Die Leere kommt sonst,
Mein Verlustgefühl,
Schon früh.

Montag, 26. September 2016

Sonntag, 25. September 2016

Auf heißen Eisen

Auf heißen Eisen

...glimmen meine Kohlen. "Did she lie?" –
Wie sich zwei Gedankensprachen finden,
Wenn Küsse Kontinente überwinden.
Schreib zurück wird meine Litanei.

Handybildschirm - reibe emsig dran -
Obwohl die Nachricht erst gesendet wurde,
Die "Are you writing back now"-Bürde -
Substitut. Ob ich sie falsch verstand?

Sonntagabend schreit mein Trümmerherz:
"She'd never want...", wie konnte ich es glauben,
Wer würde sich und mich zusammen erlauben!

Montagmorgen klingelt himmelwärts
Die Antwort: Und sie war so früh beim Laden!
Man kann ganz leicht kein Prepaid-Geld mehr haben...

Samstag, 24. September 2016

Vergewaltigungsfantasie

Vergewaltigungsfantasie

Die Maschine umhüllt
mich
und
keinen
lässt es Schaden

Hab ich mich moralisch verwerflich betragen
Denn die Realität ist von ihr generiert
Virtuell passiert, wofür ich mich geniere.

Wenn das einer mitkriegt, gehts mir an den Kragen...

Aber darf ich nicht denken, was ich möchte
Solange ich keinen belaste?

Die Frage liegt zwischen Moral und Recht -
Sind virtuell vollführte Gedanken echt?

Freitag, 23. September 2016

Schnitzel und Schlager

Schnitzel und Schlager

Fassaden bröckeln wohl
So stellt man sich das vor
Ganz unbemerkt dahin.

Dahinter, -neben, -rin
Speisen feine Urlauber
Ihr Wiener Schnitzel deutscher Art.

Es wird nicht an Kultur gespart.
Kulisse meiner Tätigkeit als Richter:
Manchmal plagt Gehässigkeit den Dichter.

Donnerstag, 22. September 2016

Begegnung

Begegnung

und plötzlich stand ich im Scheinwerferlicht
wie lange den auftritt geplant und verzögert
wie oft hin und her und alles fiel schwer
und lange dachte ich machs besser nicht
auf die schienen bei nacht. Umgebracht.

Mittwoch, 21. September 2016

überzeugen

überzeugen

der worte sind zu viel gewechselt
und zwang gebietet nur das argument
erschaffen aus weißholz, gedrechselt
erkannt danach, und dann bekennt
der geist für sich zunächst
im falschen stolz gebeugt
und irgendwann zerfressen
er wurde überzeugt.

Dienstag, 20. September 2016

Bekriegen

Bekriegen

Wir oder Die.
Die Welt ist wieder einfacher verständlich.
Die Welt ist wieder schwarz und weiß.
Die Welt ist Terror vs. Krieg.

Eine Gemeinschaft formiert sich,
Das ist allein der Sieg.

Und egal was auch passiert:
Der Welthandel bricht nicht zusammen.
Und wie er, und wie er floriert.

Montag, 19. September 2016

Sonntag, 18. September 2016

Fabriken

Fabriken

Rußige Ziegelgemäuer, verstummt
Nach den Jahrzehnten. Industrie obsolet.
Mächtige Hallen, kein schweres Gerät
Dass die verbotenen Schritte vermummt.

Schweigen? Nein... Flüstern wird wieder gehört.
Digitalproduktion auf Mactastatur
In der Medienschmiede/ -manufaktur:
Cleanes Fabrikchen, das niemanden stört.

Name und Standort, sie wirken maskiert.
Dank der breiten Flur- und Türdimension
Ohne Zweck sind Gedanken wie frei, wie geschont.

Fremd hier die Arbeit, die nichts produziert,
Was der Finger begreift. Nur die Stechuhr vermacht
Analog den Akkord einer Zeit voller Krach.

Samstag, 17. September 2016

werbung

werbung
überstrahlt übertönt
überreizt überfordert überfällt
überschreibt überlegungen untergräbt und
unterhält

Freitag, 16. September 2016

Neckar

Neckar

Heidelberg ist schön bei Tag,
Der Neckar neckt, die Sonne lacht,
Ich habe nicht den Sprung gewagt.

Heidelberg ist schön bei Nacht,
Den Neckardreck, von ihr verdeckt,
Macht Schwimmer häufig unbedacht.

Donnerstag, 15. September 2016

Erkenntnis

Erkenntnis

Mit ihr zog ich zuhause aus.
Mit mir zog sie zuhause aus.
Mit ihr zog ich mit ihr
Mit mir zog sie mit mir
zusammen und um.

Mit mir zog ich dann zu mir allein.
Aber will ich die Zeit dahin
Wirklich wörtlich würdigen?

Mittwoch, 14. September 2016

warum ist doch egal

warum ist doch egal

alles wie früher
zu machen verachten
kann ich das liegt es
am alter alleine

einfach ist vielfach
erlebtes dagegen
rede ich dummheit
der jungen idee

Dienstag, 13. September 2016

Verwendet

Verwendet

2015 ist also vorbei.
Alle Ideen benutzt.
Übrig wie immer noch viele: genug.
Bleibe wohl doch kreativ.

Montag, 12. September 2016

aufgehoben

aufgehoben
vom boden
beschwerlich verwahrt, letzter
chip, der größte, (ge-)fallengelassen
gestohlen

Sonntag, 11. September 2016

Wahr-Abstrakt

Wahr-Abstrakt

Ihr schimmern die Beine zwischen den Heels
Und dem Mini im Straßenlaternenschein.
Sie sind glattrasiert, anfühlend fein,
Den Jungens dahinten der Teil eines Spiels

Der Angst in ihr schnürt und sie ausweichen lässt.
Was wahrscheinlich war werde auch wahr:
In den Augen des Mädchens Gefahr.
Normal sind das Wahrheitskonstrukt und ihr Stress,

Verwahrlost die Frau, wenn sie unrasiert ist -
und sie weiß, wenn sie sich und den Wahrschein bewahrt
Bleibt kein Haar nackenabwärts verwahrt! -
Das Gehirn kein Organ, das die Scheinwahrheit misst.

Laternenschein. Alleine die Augen sind blau.
Wie die Straßen der Welt. Ganz genau.

Samstag, 10. September 2016

So schön

So schön

Ich bin ein Feldgewächs,
Ich bin die Frucht
Von Gottesbauern angebaut,
In der Erde verstaut
Und wie zur Flucht
Aus der Erde gehetzt

Wenn mal die Sonne scheint.

Freitag, 9. September 2016

Sterne im Winter

Sterne im Winter

Sehnen im Sommer.
Augen im Himmel.
Glasklar im Eiskalt.

Glasklar im Sehnen.
Himmel im Sommer.
Eiskalt im Auge.

Glasklar im Himmel.
Eiskalt im Sehnen.
Augen im Sommer.

Eiskalt im Sommer.
Glasklar im Auge.
Himmel im Sehnen

Mittwoch, 7. September 2016

borstig

borstig

die dekoration war ein besen
aus stroh und ist jetzt obsolet
wie vieles von früher verklärte romantik
vom einfachen, borstigen leben

Dienstag, 6. September 2016

Wandrers Taglied

Wandrers Taglied

Schmerzlich press zur Trennung ich
Öffentlich-privat die Eingeweide,
Sitz in der Kabine, flehentlich,
Gott, wer hilft mir wieder auf die Beine;
Ach, wie schön das Schmausen wieder!
Ess ich immer ohne Gram?
Süßer Friede,
Komm, ach komm in meinen Darm!

Montag, 5. September 2016

ausbeute

ausbeute
höhen: nutzt
effizient die verfügbaren
ressourcen, je größer die
ausbeutung

Sonntag, 4. September 2016

Wann starb der letzte Hofnarr?

Wann starb der letzte Hofnarr?

Dem König zu spielen, was ihm gefällt,
Ihn ablenken von seiner Hetze.
Und Häupter ließ er von Schultern absetzen,
Sie zeigten ihm nicht seine Welt.

Bloß einer ist nicht nur schnöder Jongleur,
Er gibt seinem Herrn auch Geschichten,
Die sehen aus wie reale Berichte.
Der König verschafft dem Gehör.

Ins Schauspiel verstrickt er gänzlich den Hof,
Fast jeder bekommt eine Rolle,
Außer dem König; alleine zolle
Er Aufmerkamkeit und die macht ihn doof.

Die Zeit der Narren, längst nicht vorüber.
Das Publikum wird halt nicht klüger.

Samstag, 3. September 2016

niemand will

niemand will

man braucht nicht
man will
wie ein kind

man muss nicht
man will
wie ein kind

man kann nicht
man will
wie ein kind

man macht nicht
man will
wie ein kind

es geht nicht
man folgt
wie ein rind

Freitag, 2. September 2016

Regentraum

Regentraum

Von innen schlägt der Regen an die Scheiben,
Die meine Augen sind.
Geöffnet und der Wind
Weht stürmig raus, verfängt sich in den Eiben,
Die seelenruhig mein Inneres berauschen.
Sie kitzeln das Gesicht,
Verwässern Augenlicht
Und lassen mich die eig'nen Tränen lauschen.

Donnerstag, 1. September 2016

Atheistisches Gebet

Atheistisches Gebet

Himmel über den Kopfen:
Du wechselst zur Nacht deine Farbe.
Taglicht schwindet,
Taglicht kommt auch wieder.
Wie im Gestern, so im Morgen.
Und führe mich nicht in Versuchung
Sondern versöhn mich mit Evidenzen.
Den Tag macht die Drehung der Erde um sich
Bis die Sonne
Erlischt.

Mittwoch, 31. August 2016

verfangen

verfangen

was hängt in den staubigen haaren
die weggegknickt ohne funktion
den boden dem kratzenden riegel preisgeben?
ein fachwort, das alle vergessen.

Dienstag, 30. August 2016

Auf jedenfall vielleicht

Auf jedenfall vielleicht

mehr als Wonderwall.
irgendwie beatles
aber mehr sommer.
ein spritzer auf hitze

es ist neunzehnvierundneunzig
und muß kobains rübe
und die welt dreht sich ennoch.
wer hätt' es gedacht?

Montag, 29. August 2016

poppla

poppla
der schlingel
konnte nicht warten:
gerutscht und ins nass
reingefallen

Sonntag, 28. August 2016

allgemeine weisheit

allgemeine weisheit

Zehn Jahre früher sind wir da gewesen
Wo heute die Jugend unbewacht sitzt
Und lauter als wir jemals waren witzt.
Wann bin ich davon genesen?

Sitzen und Urteile fällen: erwachsen.
Es ist menschensystemimmanent
Dass Rücksichtsempfinden erst später erkennt,
Niemanden freuen die Faxen.

Sicher, wir haben nicht hier gesessen;
Die Welt ist für keinen ein Urlauberort.
Drum denken auch sie sich lautstark fort

Und RaumZeitUnAbhängig ist das Ermessen:
Bei plärrender Jugend in jeder Nacht
Hat LKW-Rauschen Ruhe gebracht.

Samstag, 27. August 2016

Ewiges Wachstum

Ewiges Wachstum

Der Präsident ist ein Bauer
Ebenso einfach im Denken
Aber genauer.
Details bleiben gleich.
Nichts zu verschenken.

Menschenkompost auf dem Acker
Liefert verdorbene Pflanzen
Aber sehr wacker.
Ideen machen reich.
Rauf die Instanzen.

Felder sind unsere Leben.
Gräber erwachsen dem Handel.
Aber wir geben
Zu hauf unser Fleisch;
Gibt keinen Wandel.

Freitag, 26. August 2016

Donnerstag, 25. August 2016

Die Misere

Die Misere

Ein Vorrat ist
Davon zu zehren
Wenns zu entbehren
Nix mehr gibt.

Den Datenvorrat
Zu verwehren
Ist unser Freiheitsstück.

Mittwoch, 24. August 2016

Mann für den Schorn

Mann für den Schorn

und glück liegt am boden sein feuer
erhält er aus kindlichem spaß
am räucherwerk fremder im winter geschenke
bringt er statt das christkind nach hause.

Dienstag, 23. August 2016

Tränen

Tränen

Heute ist es ein Jahr, doch
Manchmal weine ich immernoch.
Und Tränen folgen auf Wimmern.
Kein Hoffnungsschimmern.

Heute ist es ein Jahr, doch
Leugnen kann ich das immernoch
Wenn manchmal ein Hoffnungsschimmern
Mich an dich erinnert.

Heute ist es ein Jahr, doch
Anwesend bist du immernoch.
Und lebst ohne Zeit für immer
Im Herzensflimmer.

Heute ist es ein Jahr, doch
Immer bleibst du immernoch,
Weil alles mich an dich erinnert.
Für immer erinnert.

Montag, 22. August 2016

Sonntag, 21. August 2016

The special thing

The special thing

Sicht und Gedanken beeinflussen sich.
Und immer, wenn Fremdes und Altes
Sich mischen und Neues gestalten,
Sticht in den Kopf dieser Wahrnehmungsstrich,

Malt einen Sprachwunsch der Fremde als Bild
Auf Leinwand, verrät keine Wörter.
Der Schalter ist umgelegt - stört er? -
Fremdsprachlich denke ich fortan und will

Fetzen der Welt anders hören, betört
Die liebliche ehemals Fremde
Dasselbe Gefühl in den Lenden?

Land wie Verliebtheit, das schwöre ich, stört
Den Herzschlag. Gedrückt wird der Schalter,
Der Wahrnehmung weiter gestaltet.

Samstag, 20. August 2016

Schmeck das Klischee

Schmeck das Klischee

Pelzige Zunge
Das Feuer verraucht
Die Kleider und auch
Die Haare.

Aufmerksam hören
Wir alle das Knistern
Und Flüstern
Und Fühlen
Gitarre.

Romantisch verduselt
Nicht nur die Mädchen.

Freitag, 19. August 2016

Speed

Speed

Im selben Boot sitzen.
Nein Bus. Und Wir schwitzen
Vor den Augen ein Film.
Wie ne Bombe im Sinn.
Die Frage: Was hab ich genommen!

Die Antwort: Wir können entkommen?
Einer Party? Und Licht?
Meine Wahrnehmung spricht.
Und langsam unmöglich.
Ein Rettungsboot nötig?

Im selben Bus sitzen.
Das Flugplatzaufblitzen.

Woher dieser Zeit
Sprung aus dem Club
Ins Mittagsgeleit
Mit SEK-Trupp?

Wir sehnen.
Die Arche herbei.
Es folge Speed 2.

Donnerstag, 18. August 2016

Mittwoch, 17. August 2016

Lu Tze

Lu Tze 

verschmolzen mit jeder bewegung
die borsten und fliesen vermählt.
die ohren vernehmen im rhythmus der arbeit
was keiner der sprecher erwartet.

Dienstag, 16. August 2016

Häuptling der Besatzer

Häuptling der Besatzer

Zum Sprung geduckt
Weilt der Berglöwe
Im grabhaften Bild seiner Büste,
Die von Vorstellung lebt.

Tecumseh ruft
Frieden den Toren
Was kostet die Freiheit des Kapitals
Die von Vorstellung lebt?

Der Hauptmann liegt
Löwe geschossen;
In den Jagdgrund überquere den Weg
Der von Vorstellung bebt.

Montag, 15. August 2016

Sonntag, 14. August 2016

Wie weltlich

Wie weltlich

Ihr gebt uns Kaffee, Öl, Bananen.
Was ihr glaubt, ist uns egal.
Die Comfortzone: lethal.
Ihr könnt es nicht erahnen

Wir wollen eure Waren.
Menschen bleiben bitte da,
Begrenzter Platz. Ist wahr:
Globale Grenzen sind Membranen

Und semipermeabel:
Da kommt nur durch, was kommen soll
Bedenken nicht gewollt.

Sie füllt euch keine Gabel,
Die harte Arbeit, nein?
Bei Gott: kann gar nicht sein!

Samstag, 13. August 2016

Volksfeste

Volksfeste

trinke rum
wie das stört
an der bar
stehen
gehen?
sehen 
kann nicht weg
bin von taumel
bedeckt

Freitag, 12. August 2016

Schwarzweiß irréal

Schwarzweiß irréal

Verraschtes Parfait, eingeschleift
Aus den Fingern fließt Mumm
In die Knochen und stumm
Überhörte Verliebtheit
Wie dumm.

Donnerstag, 11. August 2016

Ist hier frei?

Ist hier frei? 

Kniewippen: Platz!
Schultertippen: "Was?!"
Denk ich, lächle aber
Wie verzaubert

Aufstehen: Hier.
Einvernehmen: "Sie"
Sag ich, "Ans Fenster."
Bin verblieben

Am Gang.
Das hat sich bewehrt.
Und wenn sich doch niemand beschwert…

Mittwoch, 10. August 2016

Laut und Leis

Laut und Leis

Dem Ringe überdrüssig,
Zum Nebenweg gegangen.
Den Hinterhof weit
Verlassener geglaubt; da klangen
Die Ruhen wie verflüssigt.

In Backstein eingedrungen
Sind heiß die Arbeitsklänge
Der Vergangenheit.
Sie übertönen Stadtgedränge
Und sind doch lang verklungen.

Dienstag, 9. August 2016

We are family

We are family

Tate kommt als "schwein" 
an die haustür 
geschmiert
ist ihr blut

Atkins, „Tex" und Krenwinkel lachen
Kasabian fährt ihre flucht

vom haus am Cielo Drive