Dienstag, 10. Mai 2016

Nikotingelbe Hosen

Nikotingelbe Hosen

Jahrzehnte nicht rauchfrei
War Konsens, war Wissen
War schlecht nur im Hintergrund.
Hinterkopf. Gelb haftet
Nur den Gardinen an.
Und Toten Hosen.

Montag, 9. Mai 2016

alkraum

alkraum
voll lager
kugeln, gemeinschaftlich geschmierte
ist der alptraum des
trinkers

Sonntag, 8. Mai 2016

Abstrakter Moment

Abstrakter Moment

Hinter Glas, hier berät sich ein Zwerg mit dem Schergen
Der finsteren Macht, die, zum Tanze geneigt,
Sich furchtsam doch nicht vor dem Puppenhaus zeigt,
Da versucht sich die Welt zu verbergen.

Der veraltete Globus, vergilbt sind die Meere,
Verliebt sich in Fransen der Lampen, die sanft
Ein Flaschenschiff streicheln, das Segel gespannt,
Auf der Jugendstilcouch liegt die Lehre.

Ein stilles Romanregal wacht, ungelesen
Verschlägt es das Wort auch dem Röhrengerät,
Das spiegelnde Nazimedaillen verrät
An das Augenmodell - wachsam wär es gewesen.

Hinter Glas, wo das Schaufenster -spiel werden kann,
Stehe Ich auf der Straße, ein Moment, der vergang.

Samstag, 7. Mai 2016

Freitag, 6. Mai 2016

versiegelt

versiegelt

asphaltierte straßen
wege, plätze, gärten, land
wälder, wo man schätze fand
erde ist vergangenheit
schwadensmog fliegt weit und breit
wird gewitter werden
blitz und donner: sie vererben
angst, bedrohung, tod und not
an das wasser, ohne Boot
werden alle sterben
in der nächsten Flut
wird der regen strafen

Donnerstag, 5. Mai 2016

auf der Treppe

auf der Treppe

Tausend Füße
Tausend Leben

Rosenblüten auf der Treppe
- Liebeszeichen
Zeichen der Zerstörung -
auf der Treppe zu Gleis 1

Tausend Leben
Tausend Füße

Verstreute Asche auf Beton
- Zeichen der Liebe
Zerstörungszeichen -
darüber laufen zerstreute

Tausend Füße
Tausend Leben

Ohne es zu sehen.
Als wäre nichts geschehen.

Mittwoch, 4. Mai 2016

das falsche aufgekehrt II

das falsche aufgekehrt II

soßefäden zieht der feger
schleimig auf das plastikblech
minder in den qualitäten
bleibt der grund bedreckt
bleibt der schmutz verkeilt
wird mit ekel gleichgesetzt

Dienstag, 3. Mai 2016

engaged in a kiss

engaged in a kiss

Und wieder einer tot.
Sie sterben wie Tauben.
Wenn die Tauben weinen
Dann klingt es wie Streit.

Mit jedem stirbt ein Stück
(ich glaub nicht an Himmel)
Unbeliebigkeit
(der Lilaregen weint).

Der Untergang strahlt rot
Wie schüttere Wangen.
Wer wird sich erinnern
Wenn keine Größe bleibt?

Montag, 2. Mai 2016

angesagt

angesagt
heißt gestochen
scharf gespielt, geschlagen
im skat und der
liebe

Sonntag, 1. Mai 2016

Rattenfänger

Rattenfänger

Wir hören, aber hören nicht auf das Flötenspiel. Hören nicht auf.
Sind wir nicht alle die Bürger aus Hameln,
Die dem Whistleblow keine Zuneigung zahlen?
Er will uns befreien vom lebenden Schmutz. Und wir schweigen uns aus.

Wir hören, aber hören nicht auf das Flötenspiel. Hören nicht auf.
Sind wir nicht alle die Kinder aus Hameln,
Die sonst grundlos hinter Empörung hertraben?
Er braucht unser Ohr und unseren Glauben. Wir schließen ihn aus.

Wir hören, aber hören nicht auf das Flötenspiel. Hören nicht auf.
Sind wir nicht alle die Ratten aus Hameln,
Die die Stadt beflecken, nicht gönnen, nicht wagen?
Er will uns nur locken. Wir lachen ihn aus.

Wir hören, aber hören nicht auf das Flötenspiel. Hören nicht auf
Die Zeichen der Zeit und nehmen die Schutzhaft dankend in kauf.

Samstag, 30. April 2016

Mietarbeiter

Mietarbeiter

Und sie teilten den Tag in zwei Hälften:
Morgens verbringen wir Zeit auf der Arbeit
Das höht die schwarze Kontozahl.
Feierabendlich folgen wir dem Frohlocken
Und zahlen aus dem Portmonee.

Und sie teilten die Woche sehr ungleich:
Werktags zerstören wir fünfmal Gemüter,
Wochenende - zwei Tage - ist zum Ausspannen da:
Mal Schönes kochen oder auswärts essen.
Mal einen Film im Kino sehen.

Freitag, 29. April 2016

erwachsen

erwachsen

Ich durchtrete die Tür der Fabrik:
Maschinenhallengeruch. Weise dringt
Kaltes Klingen der Arbeit, die frei
Dein tägliches Leben beschwert und bestimmt.

Manchmal schaust du zurück durch die Tür:
Sie schließt sich täglich ein kleines Stück mehr,
Bis sie Deckel der Ewigkeit wird.
Doch steht sie bis dann einen Spalt weit geöffnet.

Donnerstag, 28. April 2016

Dumm gelaufen

Dumm gelaufen

Vorsicht, Stufe
Vorsicht, Kopf
Vorsicht, Leute
Vorsicht, Stock
Vorsicht, fall nicht
Vorsicht, spring
Vorsicht, Auto
Vorsicht - hin...

Mittwoch, 27. April 2016

in der Stadt II

in der Stadt II

einfach sein (bloße anwesenheit)
grünanlagen (fassade)
schutzstreifen (radweg, markiert auf der straße)
luft (lärm)
im fenster (fremdengesichter)
eisdiele (der einheit)

Dienstag, 26. April 2016

Zeitfenster der Begegnung

Zeitfenster der Begegnung

Da bist du ja wieder
In mein Sichtfeld gerückt

Als sich unsere Fenster
Am Bahnhof überschneiden

Verschmelzen
Zwei Zeiten
Jetzt, Früher,
Vor Wochen
Zwei Chancen

Als unsre
Zwei Züge
Genauso
Verschachtelt
Gehalten
Sein müssen
Wie jetzt

Als sich unsere Fenster
Am Bahnhof überschneiden

Wir beide sind wieder
Noch verblüffter als dann.

Rennen wir diesmal hinaus?

Montag, 25. April 2016

Sonntag, 24. April 2016

Gemütliche Zusammenkunft

Gemütliche Zusammenkunft

Wir treffen am Bahndamm der Stadtschloss-Allee
Aufeinander per Zufall im Stadtfrühlingswetter.
Der sonnige Kaffee ist draußen viel besser -
Ich nippe ihn aus meiner Tasse im Klee.

Wir müssten zur Arbeit, doch bleiben am Damm -
Wem schadet ein Urlaubstag? Uns wird nichts fehlen,
Denn diese Zusammenkunft süßt uns die Seelen -
Und irgendwann geht dann das Straßenlicht an.

Wir sitzen derweil schon zu fünft, sind beglückt
Von vergnügten Passanten, zu denen wir lächeln;
Längst aus ist der Kaffee und leer ist mein Becher
Auf einen näheren Schachtdeckel gerückt.

Dort hab ich dann bis in den Abend gesessen
Und als wir uns trennten die Tasse vergessen...

Samstag, 23. April 2016

Prätuschiert

Prätuschiert

Wie sanft ist Puder auf der Haut
Wie sinkt er durch sie durch
Wie sichert er mich vor mir selbst
Wie sanft schlägt das hinaus
Wie schnell betrifft dies Gute euch
Wie neigt sich euer Blick
Wie schnell betrifft mich dieser Blick
Wie sichert sich mein Glück
Wie sanft schlägt dieses Glück hinaus
Wie schnell betrifft das euch.

Freitag, 22. April 2016

Weich

Weich

Der Morgen dient dem wohlgeformten Liegen
- was schreist du nach Aufmerksamkeit.
Am Mittag, weißt du, wirst du alles kriegen
- was stehst du vor Selbstsicherheit.
Zum Abend neigst du dein Köpfchen langsam tiefer.
- dein Saft ist verbraucht, ist verstreut.
Wirst nachts in Stoffe gehüllt wieder liegen.
- du hast nichts bereut.

Donnerstag, 21. April 2016

Dream-Team

Dream-Team

aber nur in Wirklichkeit
träumen sie von einander
aber nur im Traum
lieben sie einander wirklich

Mittwoch, 20. April 2016

Reisen II

Reisen II

zögere ruhig
zögern ist ruhe
sieh in den spiegel
sehen ist schwer
fass deinen schmerz
fahre den schacht
deiner inneren sohle
entlang

Dienstag, 19. April 2016

Der große Ausbruch II

Der große Ausbruch II

Geschrieben wird, was ich meine.
Gemeint wird, was ich schreibe.
Gefolgt wird, wer meine
Meinung produziert.

Und wenn du die Kneipe verlässt
Hast du auch die Welt verlassen.
In der zweiten wirst du verletzt,
Hier wirst du sie und werden sie dich
hassen.

Montag, 18. April 2016

plantage

plantage
läuft immer
westlich der kaffee
bringt wachsam in unsere
plantage

Sonntag, 17. April 2016

Wann ist genug?

Wann ist genug?

Für die neue Vermessung des Orients sendet man
Eine Handvoll Soldaten, verpflichtet zu Demokratie
Und dem westlichen Wert, in Islamdiktaturen als Ziel
Die Verbessrung der Welt in ein Land, dem man Öl entwenden kann.

Nur durch Arbeit und Sinn ein Gefühl von Verdienst geschafft
Hat der Starke Staat Panzer und Glauben im Fernsehn verstaut,
Überwachung (zur Sicherheit), Tod mittels Drohnen erlaubt
Und den Konservativen die Tugendmär: Reichtum durch eigene Kraft.

Nicht genug, sie verdienen mehr Geld mit der Schreibtischtat,
Und das Risiko geben sie ab, die es planen am Brett.
Ihren Sieg beim Gesellschaftsspiel kriegen sie immer zuletzt.

Sich zu zügeln ist schwach: so die kapitalistische Art,
Du musst wollen, um etwas zu kriegen. Bist du jemals zufrieden
Bedenke dies: Krieg kommt von kriegen. Das reimt sich auf siegen.

Samstag, 16. April 2016

ironisch

ironisch

soll das jetzt satire sein
lakonisch wetzt dein helferlein
die scheren und setzt an
mich zu beschneiden

soll das jetzt satire sein
du präsident sagst kleinlich nein
und wehrsam bleibe dran
kunst zu vertreiben

soll das jetzt satire sein
die echten richter prüfen fein
die mehrheit aber dich
ich bleib bescheiden

Freitag, 15. April 2016

Je mehr?

Je mehr?

Wie wir dich besiegen, Tod
Konnten wir nicht finden
Sitzen jetzt in deinem Boot.
Und du musst nur Grinsen.

Wir haben nie gesessen, Tod
Geruht nicht, seit wir dachten
Dass MEHR, Mehr, mehr uns dann verschont.
Und du kannst nur Lachen.

Wir haben gearbeitet, bis in den Tod
Kapital über Freunde gescheffelt.
Wir sagten uns täglich: ist alles im Lot.
Und du bist am Lächeln.

Wer hat uns belogen, Tod?
Geld. Es speichert vergossene
Zeit, die uns am Ende droht.
Und du bist verschlossen.

Donnerstag, 14. April 2016

deinsmeins

deinsmeins

manchmal
stehen
wir ein
ander
nah

so nah
dass uns
das licht
zusammen
trifft

treffen
schatten
schmelzen
hell und
dunkel

ein

Mittwoch, 13. April 2016

umdrehen II

umdrehen II

sonntag kam geschlichen
die nacht hat ihn gemacht
aufstehn? nein. ich wuchte
gedankenlos den wanst
herum und ein gesicht
fremd und schlafend schön
berührt mich
an der nasenspitze

Dienstag, 12. April 2016

Kaisertreu

Kaisertreu

Parade: wir gucken uns einmal im Jahr
Aus der Nähe mit tausend andern,
Die jubeln, das Kaiserpaar an.

Dem Lappen gelingt nichts im Kameralicht
Da wär Ich besser Kaiser geworden;
Verblödete Gören hat der.

Wer zückt die Pistole, beleidigt den Mann?
Will der Krieg? Krieg mit Deutschland! Mein Land
Folgt jubelnd dem Kaiserpaar dann!

Montag, 11. April 2016

schein

schein
gereicht, bezahlt
im gegenseitigen glauben,
dahinter stecke mehr als
schein

Sonntag, 10. April 2016

Heldentod

Heldentod

Wenn dein Cape ein Lätzchen ist
Bist du meistens zuhause
Nachwuchs lässt keine Pause.
Wenn du aber männlich bist
Gibt das keine Applause.

Männer sind in der Klause
Denken, du wärst noch wie sie
Kein Geschlechts-Banause
Weil: darauf vertrau'n'se
Täglich, ständig im Betrieb.

Wertvoll sei nur ihr echtes Tun,
Kinderzieher hau'n'se
In ihr Glas wie Brause.
Fürchten: Wird niemals andersrum...

Samstag, 9. April 2016

Gedankenübertragung

Gedankenübertragung

und auf einmal bin ich 30
und sehe, höre, schmecke
wie die mutter fühlte
wie die mutter dachte

und sie sagte, sie war 30
und sah dann, hörte, schmeckte
wie die mutter fühlte
wie die mutter dachte

das hab ich nicht geglaubt

Freitag, 8. April 2016

Farbig

Farbig

Farbenfrohes Jahreskleid
Hat Grau zu Gelb gemacht.
Blau ist Gelb geworden
Und ich hab nachgedacht,
Was Dunkelheit verborgen hat,
Hat mein Blindenband befreit.

Donnerstag, 7. April 2016

Literaturkritik

Literaturkritik

Flammenhitze schlägt mit Fäusten ins Gesicht
Der schwachen Gedanken, Gemüter.
Sagt keiner: wir werden sie nicht wieder
Abtransportieren wie Güter.

Flammenzunge leckt den Geist, am Rathausplatz
Betrachten wir jubelnd die Bücher.
Sagt keiner, dass es uns nicht kratzt, aber
Schweigen ist sicherlich klüger.

Mittwoch, 6. April 2016

schlafen, bei

schlafen, bei

getrunken, getanzt, bei % geschlafen.
dem nachtrausch entkommen? nicht ganz
verkatert erwachen zieht sich bis mittags
und bei wird durch mit leicht ersetzt.

Dienstag, 5. April 2016

Gastrecht

Gastrecht

Willkommen im Bahnhofsmilieu,
Wo wir strunzdämlich hocken,
Tagein tagaus.

Zugeflatter erdulden.
Um Brötchenstücke
Müssen wir zicken
Bevor wir sie picken.
Heischendes Murren.
Es warnt

Nicht vor Markierung
Unausgewählter Besucher.
Sie zucken im Bahnhofsmilieu.

Montag, 4. April 2016

Sonntag, 3. April 2016

Dokumentarisch

Dokumentarisch

Die Kamera folgt dem Weisen in seine Höhle,
Ein kleines Einzimmerappartment
Im Plattenbau-(sagt man jetzt)-"Basement".
Der Toningenieur hört eine Nachbarin grölen.

Im Studio sichtbar: das wird eine geile Location;
Fürn Fernsehbildschirm natürlich.
Dabei ist nichts davon wirklich:
Erschaffen sind Weiser und Team und im Keller das Kreischen.

Erfunden ist auch der Moment des Betretens, gefunden
Im Kopf eines Dichters. Er leimt die
Erinnerungslücken, vereint sie
In Worten mit Lesersichtstücken und hält sie gebunden.

Der Moment ist erdacht, bloßes Gedankengeflecht,
Irreale Geschichte - aber macht ihn das weniger echt?

Samstag, 2. April 2016

In der Collage

In der Collage

Kunst oder Schrott
dazwischen, inmitten
Ich -
vor schweigender
Hintergrundstadt-
kulisse

Was kann weg?
Was bleibt hier?
alles
lebt geschieden
von den Vorbei-
Gleit-Bahnen

Freitag, 1. April 2016

Zeit ist Geld

Zeit ist Geld

Ich lieg auf meinem Speicher rum
Und kann mir doch nichts kaufen
Ich bin doch nur ein Schleicher, drum
Muss ich in Arbeit ersaufen.

Ich lieg auf meinem Rücken, krumm
Hat ihn die Last gebogen.
Wie lang geh ich auf Krücken - wumm!
Wer hat sie weggezogen?

Ich lieg auf meiner Zunge, stumm
Bedaure ich die Zeiten
Bis ich tatlos und vermummt
Aus dem Leben gleite.

Donnerstag, 31. März 2016

Hunderleben

Hunderleben

Guck dir im Fenster
Deine Stadt gut an
Aber du kennst sie
Schon gut und guckst
Auf die Leute.

Die Straßenbahn bremst
Zaghaft dann hart
Sitzen bleibst du
Und gelassen
Wo andere bellten
Kein Ton.

Mittwoch, 30. März 2016

Harte Verhandlung

Harte Verhandlung

basar und geschäft zu verwechseln
hat leicht zu verwirrung geführt.
der ladenbesitzer ließ schlecht mit sich reden
obwohl er doch türkisch aussah...

Dienstag, 29. März 2016

Wandel

Wandel

Wir geben euch Essensgeld.
- Arbeit haben wir keine.

Und schuldige Migranten
Nennen wir weiterhin schuldig
Verschweigen ihr Kriegsgebiet
Das wir da extra erzeugten.

- Feinbilder sichern die Wirtschaft.

Sie schreit und beleidigt
Beschwichtigend schweige ich klein
Ihr Wohlwollen kehrt wieder
Die Ursache wollte ich nicht.

Montag, 28. März 2016

Sonntag, 27. März 2016

Diffinition

Diffinition

Ich stehe vor dem Elternhaus
Und sehe all die Sachen
Die sie falsch machen.
Wann lassen sie mich endlich raus?

Dann steh ich vor der weiten Welt
Und sehe die Gesellschaft
Die sich verstellt hat.
Wann werden die richtigen Fragen gestellt?

Jetzt stehe ich vor meiner Ex
Und seh in ihren Augen
Taten, die nichts taugen.
Hat sie sich jemals in andre versetzt?

Intrinsisch definiert wird wenig.
Die Differenz lebt stetig.

Samstag, 26. März 2016

Die Welt raucht

Die Welt raucht

besonders unausweichlich
wo ich mich hinbegeb

und schlägt zum Untergang
mir auf die Knochen
knackt und bricht
mein Wohlsein
und mein Herz
und schwächt

mir Geist und Körper
die ich brauch
schon auf dem kurzen Stück
von einer Bahn zur andern

Freitag, 25. März 2016

An die Wand gestellt

An die Wand gestellt

Ihr steht wie Kriegsverbrecher
Täglich sehe ich euch an
In meinem Hauseingang
Und lebt wie ein Versprecher
Fort und fort und fort.

Ihr seid ein altes Kampflied
Lettern aus der Hoffnungszeit
In eine Welt gesprayt
Der wenig an dem Klang liegt
Von "All you need is love".

Donnerstag, 24. März 2016

Neue Kategorien

Neue Kategorien

Die Luft flimmert
Vom Feuer des Wandels
Was brennt in den Straßen?
Die Fremde
Verbirgt sich im Schein.
Wir finden auch sie
In Ruinen.

Mittwoch, 23. März 2016

was für ein Umgang

was für ein Umgang

der schießbefehl dringt bis zur grenze
wo fluchtlärm ihn gottseidank birgt.
den hass auf die menschen, die nicht anders können
verscheißt ihr gebrüllt in die welt

Dienstag, 22. März 2016

Im Land der Masken III

Im Land der Masken III

Mein Gesicht versteift sich zu
Was es denkt, was ich bin,
Was es darstellen soll.

Ein Biologismus?
Ein Soziologismus?
Ein weiterer Automatismus.

Wie Herzschlag.

Montag, 21. März 2016

Sonntag, 20. März 2016

Dunkler Sonnenaufgang

Dunkler Sonnenaufgang

Starrt nicht hin, denk ich. Die Spannung ist wie vorm Gewitter,
Doch gelangt von den Leuten allein in die Luft
Die erweckt auf die Straße, ihr Schlaf wie verpufft,
Wie verdampft, wie verätzt, wie verblitzt, wie zersplittert

Traten, erstarrend wie schläfrig im Doppelspaltzwielicht.
Noch erzittert mein Magen minütlich im Dunst
Deiner Gunst; Experimentator; wer du bist

Was du misst, wenn das Licht uns zu dunkel ist
Weiß ich wohl, was es braucht, wie viel Zeit, bis es rummst
In der Matrix; die Augen wittern begierig.

Einander; starrt nicht, denk ich, gespannt vor Gewitter.
Es bleibt aus. Wir erwachen, ich schlief nie, im Bett
Vom Blauhimmelfrühlingsduft wärmlich zugedeckt;
Wie gelöst und gelassen. Wie wach. Wie verliebt.

Samstag, 19. März 2016

Muss man Feminist sein?

Muss man Feminist sein?

Die Frage stellt, na klar,
Der angepasste Mann,
König der Kultur.

Der Spieler sieht, na klar,
Für sich die beste Chance,
Wenn weniger ist mehr.

Das Spiel gewinnt, na klar,
Auch nur, wer spielen darf.
Spieler sein ist leicht.

Das Spiel bestimmt, na klar,
Wer eingelassen wird
Darf Teil der Lösung sein.

Die Antwort ist: na klar,
Als rücksichtsvoller Mensch
Gibt es keine Wahl.

Freitag, 18. März 2016

Portocristo

Portocristo

Im Stadtplan wie Little-New-York unterwegs
Die Straßen sind hügelhaft, eng, sauber, hell
Das Meer ist auch klein, einer Bucht hinterlegt.
Erwartet ihre Schiffe? Nur Bötchen gefällts
Im Hafen, Touristen auf Touren zu nehmen
Und rein mit den Polstern: sie sehen den Regen.
Verandadach undicht. Ist die Sonne zurück
Kommen sie gleich wieder raus.

Donnerstag, 17. März 2016

Fryday

Fryday

fastenbrechen:
jede woche geht es
vor dem samstag christlich zu.
statt fisch gibts jetzt frittiertes

Mittwoch, 16. März 2016

das falsche aufgekehrt

das falsche aufgekehrt

gebest. und hinaus mit dem kehricht!
muss niesen vom flockenden staub
dem blicke ich nicht hinterher in die tonne.
Wohin ist mein Ohrring verschwunden?

Dienstag, 15. März 2016

Drink some dreams

Drink some dreams

Die Vampire des Westens locken
Mit Träumen, die nichts als versprechen
Und trinken.

Trinken nur unser Bestes.
Lebenssaft.

Die Vampire des Westens kommen
Wenn Spannung uns Sitzfleisch abnötigt
Und sprühen.

Sprühen auf unser Sofa.
Lebenssaft.

Die Vampire des Westens wachen
Geübt an den Kassen, erwarten
Und träumen.

Träumen von unserem Geld.
Lebenssaft.

Montag, 14. März 2016

Sonntag, 13. März 2016

Geschichten

Geschichten

Noch kniest du im Bett und betrachtest das andere Licht
Voll Furcht: wird dein Pflaster - die Welt - diese Nacht überleben?
Und schwer vom Erleben versenkst du den Kopf. Übergeben
Der Stimme des Vaters, die neue Erzählungen spricht.

Dein Schulweg erweitert dein Straßengebiet. Erste Pflicht
Verlangt, dass Gedankenwege sich weniger prägen.
Umspielte Laternen sind nachmittags Monster. Wir geben
Die Formen, erlebt und gelesen im Nachtlampenlicht.

Wenn Straßen noch Strecken und keine Erlebnisse sind,
Dann bist du erwachsen. Die Wege sind fest und gegangen.
Dann liest du alleine, wohin die Geschichten gelangen:
Erzähltes prägt wirklich und weckt so dein inneres Kind.

Dann kniest du wieder (als Jemand) im Bett vor dem Fenster
Und fragst dich, sind die orange Laternen Gespenster.

Samstag, 12. März 2016

Rhetorik

Rhetorik

Rheotorik ist ähnlich
Der Synästhesie.
Worte bewegen die Sinne.
Schall erregt das Gefühl.
Einfluss fließt ein und
Manchmal ist er zu viel.

Freitag, 11. März 2016

totgeschwiegen

totgeschwiegen

dass was vorging, ahnte ich schon mal
an den verschworenen blicken
dass das kleinkind vorerst nicht tot war
blieb der verlorenen familie

was sollte ich sagen
so schwieg ich, sie starben
gewusst hab ich gar nichts
gefühlt...

Donnerstag, 10. März 2016

Identitäter 2

Identitäter 2

seh euch an
seht euch an
seht mich an
seh mich an

durch die scheibe
mein atem
ein schleier
im werden

seh mich an
seh euch an
seht mich an
seht euch an

abwechselnd
werden
und sein

seht mich an
seht euch an

gleichzeitig
und sein
werden

seh mich an
seh mich

Mittwoch, 9. März 2016

in der Stadt

in der Stadt

Erschüttert verbeißt sich mein Stahlblick
Vom Sattel herab in die Schrift
Des Kennzeichens - wage die Absicht des Fahrers
Als Maßregelung zu begreifen

Dienstag, 8. März 2016

zweimal reicht nicht

zweimal reicht nicht

wie beseelt
durch leben mit euch
einem untod entrissen

Die Heimkehr nach
Stunden der Fahrt
Reflektierte es, Glück
Unüberwindbar
Auf Lippen, Gesicht
Und vergeistigte.

das ist liebe
und kitsch, wie das klingt
wie geborren kann kitsch sein

Montag, 7. März 2016

bar

bar
zahlen geht
nach jahrtausenden kein
trinkgeld mehr über die
bar

Sonntag, 6. März 2016

Über den Tellerrand

Über den Tellerrand

Neuseeland, Australien - fliegt
In die dörfliche Welt, auf den Wegen
Überall Freundschaft zu pflegen.
Wer Orte und Leute kennt, siegt.

Sieht super im Lebenslauf aus
So Auslandserfahrung ist wichtig!
Nicht wichtig, doch sogar verpflichtend
Sonst fällst du nur aus der Norm raus!

Die Norm ... wie gewollt ist normal?
Zu reisen, durch Länder zu fahren
Wo niemand... dann... alle schon waren?

Besonders sein bindet erst, wird dann egal
Und über den Tellerrand sehen
Heißt dann nur noch, Tisch zu begehen.

Samstag, 5. März 2016

Farbiger Geschmack

Farbiger Geschmack

ich denke, beige ist müde
ich denke, rot ist kraft
ein mundgefühl von trübheit
ist dunkelgrün gedacht

Freitag, 4. März 2016

empört

empört

Ich bin in Gesellschaft
Und hör das Gemecker
Lächeln und nicken
Lächeln und nicken

Mir geht die Gefühlskraft
Bedingt auf den Wecker
Lächeln und nicken
Lächeln und nicken

Mich selbst erregt wenig
Drum schweige ich gerne
Lächeln und nicken
Lächeln und nicken

Es bringt mir doch eh nichts
Mein Leben machts ärmer
Lächeln und nicken
Lächeln und nicken

Oh, wirke ich dämlich?
Hab kein Interesse?
Lächeln und nicken
Lächeln und nicken

Donnerstag, 3. März 2016

ab

ab

abgelegen der abort
abgelassen, abgesendet
abgegeben - absolut -
abgeseilt
nicht dran, nicht fest
und abgelenkt

Mittwoch, 2. März 2016

Reisen

Reisen

Verpasste den Zug, war der letzte
Ich seh ihm vom Gleis hinterher
Die Nacht ist am Bahnhof verneont und kalt
Besiegte die Fremde mir das Gemüt

Dienstag, 1. März 2016

Völler

Völler

Vom Buffet an den Tisch,
Den du ganz allein besitzt,
Trägst du übergefüllte Teller
Vom Buffet an den Tisch
Stunde um Stunde
Zum Meer im Blick
Die Minuten vom Frühstück
Auszukosten

Montag, 29. Februar 2016

Sonntag, 28. Februar 2016

im Flüstern

im Flüstern

Es dauert, bis das Bahnsteigdach den Niesel
In schweren Schüben auf den Bahnsteig schickt.
Geräuschgedanken, bis es sich begibt,
Dass Rauch des Rauchers in die Nase wieselt.

Die Pfütze will wie falsches Plastik wirken;
Ich stehe bei ihr, gucke konzentriert
Den Tropfenfall und höre wie verirrt
Ihr Flüstern und wie Wahrheit intonierte:

Als wie dreist sich manche Persönchen am Bahnsteig erweisen,
Die wagen, im Dach ihr Rauchwerk einzuziehen.
Wir sollen in den Nieselregen fliehen?
Mir flüsterts wahr, er könnt durch mich entgleisen...

Verrückt sein und verrücken - dieser Grat ist schmal -
Trennt psychopathischen Mörder von normal.

Samstag, 27. Februar 2016

Unbenannt

Unbenannt

Modern tippen Schreiber ins Fenster,
Das Weiß seiner Leere vertreibend,
Es weiß keine Lehre. Verbleibend
Neckt, Zeile für Zeile, das Fenster.

Modern sitzt die Schreibende aufrecht,
Verbeugt sich nicht rückenaufreibend.
Die Vorteile, leicht zu erleiden -
Es schwert jeder Nachteil das Aufrecht.

Modern (in der Cloud) wird gespeichert,
Um immer Gedichte zu schreiben,
Muss alles verfügbar dabei sein.
Dann ist plötzlich mein Text nicht gespeichert!

Freitag, 26. Februar 2016

oh namenlose

oh namenlose

oh namenlose see
so harmlos wehst
du warm, bloß steht
umarmend, wo es geht
die namenlose see

Donnerstag, 25. Februar 2016

gewesen

gewesen

was wäre wohl
wär niemals jemand hier gewesen

das leere land
verlangt. wir sind daran genesen

was wäre wohl
wär niemals etwas hier gebaut

das leere land
verbannt. wir haben es versaut

was wäre wohl
wär niemals jemand eingekehrt

das leere land
erkannt. wär immer unversehrt

Mittwoch, 24. Februar 2016

umdrehen

umdrehen

mexican standoff: geeignete weise
konflikte zur nächsten stufe zu heben
sind die bestochenen auf deiner seite...
der ausgang liegt sonst eher abwärts.

Dienstag, 23. Februar 2016

schal

schal

einsam und seit stunden
ein bier steht ohne schaum
es zu entsorgen überwunden
habe ich mich kaum
als einer dieser kunden
rüpelt wie ein baum

rechtfertigt das mein handeln
ein bier als frisch gemacht
durch Umschütten zu wandeln
und diesem angedacht
an den tisch zu schandeln
ist das angebracht

Montag, 22. Februar 2016

reif

reif
auf spätem
kraftentbehrtem blattwerk, grün
nahm winter. das jahr
reift

Sonntag, 21. Februar 2016

Pamphlet

Pamphlet

Närrlein, in den Thronsaal,
Versuch dein Bildungsstück.
Der Pöbel ist nicht gleich entzückt
Von deinem Ideal.

Närrlein dort im Thronsaal,
Dein König ist dein Volk.
Sie geben dir kein Gold,
Weißt es jetzt schonmal.

Närrlein aus dem Thronsaal,
Wieso trittst auf?
Niemand kennt die Seite, auf
Der du dich empfahlst.

Närrlein vor dem Thronsaal
Macht dich dieser Hohn fahl?

Samstag, 20. Februar 2016

Geldwert

Geldwert

"Kaufst du auch Brot? - aber

Bio!" hallt im Treppenhaus
Länger als einfaches Essen
Irgendwie schneidend
Als wäre was peinlich damit

'Viergiganeunzig?'
Ich schüttle den Kopf
Das ist doppelt so teuer...

Wie groß der Widerwille ist,

Einfach das Richtige tun
Griff in die Börse
Wie automatisch
Gib den 10-Ghz-Schein.

Freitag, 19. Februar 2016

dekorativ

dekorativ

mit der fabrik kam die frau
die mehr putzte und sorgte
und den mann unterstützte
beim lebenserhalt.
mit der fabrik kam entfremdung.

schlau wurde seit der fabrik
propagiert: er entkorkte
und dass sie gläser spülte
ist lebensgewalt.
keine linderung seit der fabrik.

Donnerstag, 18. Februar 2016

Identitäter

Identitäter

mit MasterDis wie
Pilot in die Sonne
Opfern gefiltert
nicht schwarz und nicht weiß
aber dumpfer
eigene Blicke aufzustülpen
gebraucht und genommen
dann integriert
- ist doch kein Raubbau

Mittwoch, 17. Februar 2016

verkehren

verkehren

Was hat mich auf die Stadt gebracht?
Wie lang war meine Reise
Mit Fahrrad, Taxi, Straßenbahn,
Zu Fuß und über Gleise?
Wie schmutzig hier die Straßen sind,
Wer schmeißt Müll auf den Boden?
Wo kauf ich heut mein Essen ein?
Mit wem werd ichs noch treiben?

Dienstag, 16. Februar 2016

Krypto-Prosa

Krypto-Prosa

Die Straße herunter fand Rainer
Zeit um ein altes Barschild gewickelt.
Also entwickelte er sie. Natürlich
Erst nach ein paar Wochen,

Weil er zuerst einen alten Film
Für seine alte Kamera besorgen
Musste. Oldschool halt.

Seitdem nimmt sich Rainer stündlich
Zeit, um die Zeit zu betrachten.

Montag, 15. Februar 2016

Sonntag, 14. Februar 2016

drauf klarkommen

drauf klarkommen

Wir träumen über Tage
Und schlafen traumlos nachts
Berauscht und unbewacht
Erwachen wir hart vom Gelage

Bewusstsein: übertragen,
Erweitert und verpflanzt
In einer Samen-Substanz.
Dazu können wir nichts sagen.

Wie sind wir reingeraten?
Geboren schnell, schneller tot
Sobald Reales droht
Wie wollen wirs verbraten?

Dem Ziel des Lebens gewahr:
Komm einfach drauf klar

Samstag, 13. Februar 2016

Das Ende des Moments

Das Ende des Moments

Gedankenfluktuation

- unsere oder - ? -
der anderen Gäste

wir spinnen (so
lange) von Sinnen
und sehn uns so
intensiv

nicht-in-die-Augen/
nicht-ins-Gesicht/
nicht-in-die-winzigen-
Seelen der Kellner

bringt FEUER
ans Teelicht

Gedankenfluktuation

Das Essen kommt endlich.
Sie macht ein Foto.

Gedanken...

Freitag, 12. Februar 2016

Sind wir verwandt?

Sind wir verwandt?

ab in den wagen
zum imbis an der ecke
ab in den magen
currywurstpommes

ab in den wagen
zur heimattoilette
gemocht, schlecht vertragen
aus der ros... tlaube

Donnerstag, 11. Februar 2016

Neue Geschichten

Neue Geschichten

ich kann das Erlebte beschichten
und halte ein vererbtes Gebräu
in Händen: sie müssen berichten.
Erfindungen wehren sich treu.
es gibt keine neuen Geschichten
nur alte, die gemacht sind wie neu.

Mittwoch, 10. Februar 2016

vermessen

vermessen

du sammelst daten
interpretiere...
gestörter empfang

Was hat sie gesagt?

rekalibriere...
blick anzupassen

du sammelst daten
interpretiere...
gib reaktion

"Was hast du gesagt?!
Bist du bescheuert?!"

gestörter empfang

Dienstag, 9. Februar 2016

zwei Vögel

zwei Vögel

...besetzen ihre Gaube.
Im klaren Dämmermorgenschein des Frühlings
Erwartet ihr, wie menschlich fast, die Nacht -
Ein tiefer Glaube, der romantisch macht,
Und seht einander, sehnend nach dem Liebling,
Verliebt. Als wäre das kein Menschenwort.
Dann stieben sie, wie angefacht, hinfort.

Montag, 8. Februar 2016

platten

platten
speichern eigentlich
schall, letztlich machen
erinnerungen sie zu dekorativen
möbeln

Sonntag, 7. Februar 2016

zarte Laute

zarte Laute

In stiller Zärtlichkeit hören wir einander flüstern,
Weil zärtlich sein nur in Stille geht
Was scheinbar die Natur verrät.
Ist Lautheit stets das Gegenteil von schüchtern?

Das Monster dämmert aus der Nacht der tausend Leben.
Ein Rauschklang, wenn man von Ferne sieht,
Vereinzelt sich zum Straßenbeat,
Dem alle ihre Stimmen geben.

Das Monster ist ein Riese: jeder Laut klingt schreiend.
Wer weiß, obs nicht eigentlich weint?
Wir haben ja immer gemeint,
Zart wäre ruheverleihend

Denn wer böse guckt und brüllt
Ist niemals von Liebe erfüllt.

Samstag, 6. Februar 2016

Dalai-Lemma

Dalai-Lemma

Du stehst am Bahnsteig, wiedermal
Kommt der Bettler dir entgegen.
Wiedermal vergibst du Kleingeld
Wiedermal vergeht das Glück
Was Gutes zu tun ein Stück.

Freitag, 5. Februar 2016

Streik

Streik

Zwei Parteien ziehen am Tau der Geschichte:
Der Morgen nach links, rechts das ewige Gestern.
Sie brüllen Parolen. Ganz hinten am stärksten
Und innen gemäßigt, hier denken sie ähnlich,
Verlieren einander tief in den Augen.
Die gestrigen schaffen verbissen, die Linken
Legen das Tau plötzlich nieder und - Streik!
Kontrahenten im Dreck.

Donnerstag, 4. Februar 2016

Mittwoch, 3. Februar 2016

Glückspils

Glückspils

Wenn sich nach Mittag der Abend nährt
Sinkt die Konzentration
Und je älter die Stunde wird
Desto mehr nimmt der goldene
Freund dir die Sinne.

Wenn sich die Haustüre nährt
Steuert der Autopilot
Dich zum Kühlschrank.
Erleichternd zurück gibt der
Freund dir die Sinne.

Dienstag, 2. Februar 2016

Tarnung?

Tarnung?

Demonstrativ ruht der Rucksack
Auf meinem schläfrigen Schoß
Wechsle verstohlen von Landschaft
Blicklich zum stehenden Tross
Der den Freiplatz am Fenster nicht sieht.

Montag, 1. Februar 2016

absoluterer

absoluterer
leben heißt
entkomme dem tod.
einfaches leben ist kein
vergleich