Nikotingelbe Hosen
Jahrzehnte nicht rauchfrei
War Konsens, war Wissen
War schlecht nur im Hintergrund.
Hinterkopf. Gelb haftet
Nur den Gardinen an.
Und Toten Hosen.
Seit 2014 veröffentliche ich auf tagesgedichte täglich ein Gedicht, das ich selbst verfasst habe.
Dienstag, 10. Mai 2016
Montag, 9. Mai 2016
Sonntag, 8. Mai 2016
Abstrakter Moment
Abstrakter Moment
Hinter Glas, hier berät sich ein Zwerg mit dem Schergen
Der finsteren Macht, die, zum Tanze geneigt,
Sich furchtsam doch nicht vor dem Puppenhaus zeigt,
Da versucht sich die Welt zu verbergen.
Der veraltete Globus, vergilbt sind die Meere,
Verliebt sich in Fransen der Lampen, die sanft
Ein Flaschenschiff streicheln, das Segel gespannt,
Auf der Jugendstilcouch liegt die Lehre.
Ein stilles Romanregal wacht, ungelesen
Verschlägt es das Wort auch dem Röhrengerät,
Das spiegelnde Nazimedaillen verrät
An das Augenmodell - wachsam wär es gewesen.
Hinter Glas, wo das Schaufenster -spiel werden kann,
Stehe Ich auf der Straße, ein Moment, der vergang.
Hinter Glas, hier berät sich ein Zwerg mit dem Schergen
Der finsteren Macht, die, zum Tanze geneigt,
Sich furchtsam doch nicht vor dem Puppenhaus zeigt,
Da versucht sich die Welt zu verbergen.
Der veraltete Globus, vergilbt sind die Meere,
Verliebt sich in Fransen der Lampen, die sanft
Ein Flaschenschiff streicheln, das Segel gespannt,
Auf der Jugendstilcouch liegt die Lehre.
Ein stilles Romanregal wacht, ungelesen
Verschlägt es das Wort auch dem Röhrengerät,
Das spiegelnde Nazimedaillen verrät
An das Augenmodell - wachsam wär es gewesen.
Hinter Glas, wo das Schaufenster -spiel werden kann,
Stehe Ich auf der Straße, ein Moment, der vergang.
Samstag, 7. Mai 2016
Freitag, 6. Mai 2016
versiegelt
versiegelt
asphaltierte straßen
wege, plätze, gärten, land
wälder, wo man schätze fand
erde ist vergangenheit
schwadensmog fliegt weit und breit
wird gewitter werden
blitz und donner: sie vererben
angst, bedrohung, tod und not
an das wasser, ohne Boot
werden alle sterben
in der nächsten Flut
wird der regen strafen
asphaltierte straßen
wege, plätze, gärten, land
wälder, wo man schätze fand
erde ist vergangenheit
schwadensmog fliegt weit und breit
wird gewitter werden
blitz und donner: sie vererben
angst, bedrohung, tod und not
an das wasser, ohne Boot
werden alle sterben
in der nächsten Flut
wird der regen strafen
Donnerstag, 5. Mai 2016
auf der Treppe
auf der Treppe
Tausend Füße
Tausend Leben
Rosenblüten auf der Treppe
- Liebeszeichen
Zeichen der Zerstörung -
auf der Treppe zu Gleis 1
Tausend Leben
Tausend Füße
Verstreute Asche auf Beton
- Zeichen der Liebe
Zerstörungszeichen -
darüber laufen zerstreute
Tausend Füße
Tausend Leben
Ohne es zu sehen.
Als wäre nichts geschehen.
Tausend Füße
Tausend Leben
Rosenblüten auf der Treppe
- Liebeszeichen
Zeichen der Zerstörung -
auf der Treppe zu Gleis 1
Tausend Leben
Tausend Füße
Verstreute Asche auf Beton
- Zeichen der Liebe
Zerstörungszeichen -
darüber laufen zerstreute
Tausend Füße
Tausend Leben
Ohne es zu sehen.
Als wäre nichts geschehen.
Mittwoch, 4. Mai 2016
das falsche aufgekehrt II
das falsche aufgekehrt II
soßefäden zieht der feger
schleimig auf das plastikblech
minder in den qualitäten
bleibt der grund bedreckt
bleibt der schmutz verkeilt
wird mit ekel gleichgesetzt
soßefäden zieht der feger
schleimig auf das plastikblech
minder in den qualitäten
bleibt der grund bedreckt
bleibt der schmutz verkeilt
wird mit ekel gleichgesetzt
Dienstag, 3. Mai 2016
engaged in a kiss
engaged in a kiss
Und wieder einer tot.
Sie sterben wie Tauben.
Wenn die Tauben weinen
Dann klingt es wie Streit.
Mit jedem stirbt ein Stück
(ich glaub nicht an Himmel)
Unbeliebigkeit
(der Lilaregen weint).
Der Untergang strahlt rot
Wie schüttere Wangen.
Wer wird sich erinnern
Wenn keine Größe bleibt?
Und wieder einer tot.
Sie sterben wie Tauben.
Wenn die Tauben weinen
Dann klingt es wie Streit.
Mit jedem stirbt ein Stück
(ich glaub nicht an Himmel)
Unbeliebigkeit
(der Lilaregen weint).
Der Untergang strahlt rot
Wie schüttere Wangen.
Wer wird sich erinnern
Wenn keine Größe bleibt?
Montag, 2. Mai 2016
Sonntag, 1. Mai 2016
Rattenfänger
Rattenfänger
Wir hören, aber hören nicht auf das Flötenspiel. Hören nicht auf.
Sind wir nicht alle die Bürger aus Hameln,
Die dem Whistleblow keine Zuneigung zahlen?
Er will uns befreien vom lebenden Schmutz. Und wir schweigen uns aus.
Wir hören, aber hören nicht auf das Flötenspiel. Hören nicht auf.
Sind wir nicht alle die Kinder aus Hameln,
Die sonst grundlos hinter Empörung hertraben?
Er braucht unser Ohr und unseren Glauben. Wir schließen ihn aus.
Wir hören, aber hören nicht auf das Flötenspiel. Hören nicht auf.
Sind wir nicht alle die Ratten aus Hameln,
Die die Stadt beflecken, nicht gönnen, nicht wagen?
Er will uns nur locken. Wir lachen ihn aus.
Wir hören, aber hören nicht auf das Flötenspiel. Hören nicht auf
Die Zeichen der Zeit und nehmen die Schutzhaft dankend in kauf.
Wir hören, aber hören nicht auf das Flötenspiel. Hören nicht auf.
Sind wir nicht alle die Bürger aus Hameln,
Die dem Whistleblow keine Zuneigung zahlen?
Er will uns befreien vom lebenden Schmutz. Und wir schweigen uns aus.
Wir hören, aber hören nicht auf das Flötenspiel. Hören nicht auf.
Sind wir nicht alle die Kinder aus Hameln,
Die sonst grundlos hinter Empörung hertraben?
Er braucht unser Ohr und unseren Glauben. Wir schließen ihn aus.
Wir hören, aber hören nicht auf das Flötenspiel. Hören nicht auf.
Sind wir nicht alle die Ratten aus Hameln,
Die die Stadt beflecken, nicht gönnen, nicht wagen?
Er will uns nur locken. Wir lachen ihn aus.
Wir hören, aber hören nicht auf das Flötenspiel. Hören nicht auf
Die Zeichen der Zeit und nehmen die Schutzhaft dankend in kauf.
Samstag, 30. April 2016
Mietarbeiter
Mietarbeiter
Und sie teilten den Tag in zwei Hälften:
Morgens verbringen wir Zeit auf der Arbeit
Das höht die schwarze Kontozahl.
Feierabendlich folgen wir dem Frohlocken
Und zahlen aus dem Portmonee.
Und sie teilten die Woche sehr ungleich:
Werktags zerstören wir fünfmal Gemüter,
Wochenende - zwei Tage - ist zum Ausspannen da:
Mal Schönes kochen oder auswärts essen.
Mal einen Film im Kino sehen.
Und sie teilten den Tag in zwei Hälften:
Morgens verbringen wir Zeit auf der Arbeit
Das höht die schwarze Kontozahl.
Feierabendlich folgen wir dem Frohlocken
Und zahlen aus dem Portmonee.
Und sie teilten die Woche sehr ungleich:
Werktags zerstören wir fünfmal Gemüter,
Wochenende - zwei Tage - ist zum Ausspannen da:
Mal Schönes kochen oder auswärts essen.
Mal einen Film im Kino sehen.
Freitag, 29. April 2016
erwachsen
erwachsen
Ich durchtrete die Tür der Fabrik:
Maschinenhallengeruch. Weise dringt
Kaltes Klingen der Arbeit, die frei
Dein tägliches Leben beschwert und bestimmt.
Manchmal schaust du zurück durch die Tür:
Sie schließt sich täglich ein kleines Stück mehr,
Bis sie Deckel der Ewigkeit wird.
Doch steht sie bis dann einen Spalt weit geöffnet.
Ich durchtrete die Tür der Fabrik:
Maschinenhallengeruch. Weise dringt
Kaltes Klingen der Arbeit, die frei
Dein tägliches Leben beschwert und bestimmt.
Manchmal schaust du zurück durch die Tür:
Sie schließt sich täglich ein kleines Stück mehr,
Bis sie Deckel der Ewigkeit wird.
Doch steht sie bis dann einen Spalt weit geöffnet.
Donnerstag, 28. April 2016
Dumm gelaufen
Dumm gelaufen
Vorsicht, Stufe
Vorsicht, Kopf
Vorsicht, Leute
Vorsicht, Stock
Vorsicht, fall nicht
Vorsicht, spring
Vorsicht, Auto
Vorsicht - hin...
Vorsicht, Stufe
Vorsicht, Kopf
Vorsicht, Leute
Vorsicht, Stock
Vorsicht, fall nicht
Vorsicht, spring
Vorsicht, Auto
Vorsicht - hin...
Mittwoch, 27. April 2016
in der Stadt II
in der Stadt II
einfach sein (bloße anwesenheit)
grünanlagen (fassade)
schutzstreifen (radweg, markiert auf der straße)
luft (lärm)
im fenster (fremdengesichter)
eisdiele (der einheit)
einfach sein (bloße anwesenheit)
grünanlagen (fassade)
schutzstreifen (radweg, markiert auf der straße)
luft (lärm)
im fenster (fremdengesichter)
eisdiele (der einheit)
Dienstag, 26. April 2016
Zeitfenster der Begegnung
Zeitfenster der Begegnung
Da bist du ja wieder
In mein Sichtfeld gerückt
Als sich unsere Fenster
Am Bahnhof überschneiden
Verschmelzen
Zwei Zeiten
Jetzt, Früher,
Vor Wochen
Zwei Chancen
Als unsre
Zwei Züge
Genauso
Verschachtelt
Gehalten
Sein müssen
Wie jetzt
Als sich unsere Fenster
Am Bahnhof überschneiden
Wir beide sind wieder
Noch verblüffter als dann.
Rennen wir diesmal hinaus?
Da bist du ja wieder
In mein Sichtfeld gerückt
Als sich unsere Fenster
Am Bahnhof überschneiden
Verschmelzen
Zwei Zeiten
Jetzt, Früher,
Vor Wochen
Zwei Chancen
Als unsre
Zwei Züge
Genauso
Verschachtelt
Gehalten
Sein müssen
Wie jetzt
Als sich unsere Fenster
Am Bahnhof überschneiden
Wir beide sind wieder
Noch verblüffter als dann.
Rennen wir diesmal hinaus?
Montag, 25. April 2016
Sonntag, 24. April 2016
Gemütliche Zusammenkunft
Gemütliche Zusammenkunft
Wir treffen am Bahndamm der Stadtschloss-Allee
Aufeinander per Zufall im Stadtfrühlingswetter.
Der sonnige Kaffee ist draußen viel besser -
Ich nippe ihn aus meiner Tasse im Klee.
Wir müssten zur Arbeit, doch bleiben am Damm -
Wem schadet ein Urlaubstag? Uns wird nichts fehlen,
Denn diese Zusammenkunft süßt uns die Seelen -
Und irgendwann geht dann das Straßenlicht an.
Wir sitzen derweil schon zu fünft, sind beglückt
Von vergnügten Passanten, zu denen wir lächeln;
Längst aus ist der Kaffee und leer ist mein Becher
Auf einen näheren Schachtdeckel gerückt.
Dort hab ich dann bis in den Abend gesessen
Und als wir uns trennten die Tasse vergessen...
Wir treffen am Bahndamm der Stadtschloss-Allee
Aufeinander per Zufall im Stadtfrühlingswetter.
Der sonnige Kaffee ist draußen viel besser -
Ich nippe ihn aus meiner Tasse im Klee.
Wir müssten zur Arbeit, doch bleiben am Damm -
Wem schadet ein Urlaubstag? Uns wird nichts fehlen,
Denn diese Zusammenkunft süßt uns die Seelen -
Und irgendwann geht dann das Straßenlicht an.
Wir sitzen derweil schon zu fünft, sind beglückt
Von vergnügten Passanten, zu denen wir lächeln;
Längst aus ist der Kaffee und leer ist mein Becher
Auf einen näheren Schachtdeckel gerückt.
Dort hab ich dann bis in den Abend gesessen
Und als wir uns trennten die Tasse vergessen...
Samstag, 23. April 2016
Prätuschiert
Prätuschiert
Wie sanft ist Puder auf der Haut
Wie sinkt er durch sie durch
Wie sichert er mich vor mir selbst
Wie sanft schlägt das hinaus
Wie schnell betrifft dies Gute euch
Wie neigt sich euer Blick
Wie schnell betrifft mich dieser Blick
Wie sichert sich mein Glück
Wie sanft schlägt dieses Glück hinaus
Wie schnell betrifft das euch.
Wie sanft ist Puder auf der Haut
Wie sinkt er durch sie durch
Wie sichert er mich vor mir selbst
Wie sanft schlägt das hinaus
Wie schnell betrifft dies Gute euch
Wie neigt sich euer Blick
Wie schnell betrifft mich dieser Blick
Wie sichert sich mein Glück
Wie sanft schlägt dieses Glück hinaus
Wie schnell betrifft das euch.
Freitag, 22. April 2016
Weich
Weich
Der Morgen dient dem wohlgeformten Liegen
- was schreist du nach Aufmerksamkeit.
Am Mittag, weißt du, wirst du alles kriegen
- was stehst du vor Selbstsicherheit.
Zum Abend neigst du dein Köpfchen langsam tiefer.
- dein Saft ist verbraucht, ist verstreut.
Wirst nachts in Stoffe gehüllt wieder liegen.
- du hast nichts bereut.
Der Morgen dient dem wohlgeformten Liegen
- was schreist du nach Aufmerksamkeit.
Am Mittag, weißt du, wirst du alles kriegen
- was stehst du vor Selbstsicherheit.
Zum Abend neigst du dein Köpfchen langsam tiefer.
- dein Saft ist verbraucht, ist verstreut.
Wirst nachts in Stoffe gehüllt wieder liegen.
- du hast nichts bereut.
Donnerstag, 21. April 2016
Dream-Team
Dream-Team
aber nur in Wirklichkeit
träumen sie von einander
aber nur im Traum
lieben sie einander wirklich
aber nur in Wirklichkeit
träumen sie von einander
aber nur im Traum
lieben sie einander wirklich
Mittwoch, 20. April 2016
Reisen II
Reisen II
zögere ruhig
zögern ist ruhe
sieh in den spiegel
sehen ist schwer
fass deinen schmerz
fahre den schacht
deiner inneren sohle
entlang
zögere ruhig
zögern ist ruhe
sieh in den spiegel
sehen ist schwer
fass deinen schmerz
fahre den schacht
deiner inneren sohle
entlang
Dienstag, 19. April 2016
Der große Ausbruch II
Der große Ausbruch II
Geschrieben wird, was ich meine.
Gemeint wird, was ich schreibe.
Gefolgt wird, wer meine
Meinung produziert.
Und wenn du die Kneipe verlässt
Hast du auch die Welt verlassen.
In der zweiten wirst du verletzt,
Hier wirst du sie und werden sie dich
hassen.
Geschrieben wird, was ich meine.
Gemeint wird, was ich schreibe.
Gefolgt wird, wer meine
Meinung produziert.
Und wenn du die Kneipe verlässt
Hast du auch die Welt verlassen.
In der zweiten wirst du verletzt,
Hier wirst du sie und werden sie dich
hassen.
Montag, 18. April 2016
Sonntag, 17. April 2016
Wann ist genug?
Wann ist genug?
Für die neue Vermessung des Orients sendet man
Eine Handvoll Soldaten, verpflichtet zu Demokratie
Und dem westlichen Wert, in Islamdiktaturen als Ziel
Die Verbessrung der Welt in ein Land, dem man Öl entwenden kann.
Nur durch Arbeit und Sinn ein Gefühl von Verdienst geschafft
Hat der Starke Staat Panzer und Glauben im Fernsehn verstaut,
Überwachung (zur Sicherheit), Tod mittels Drohnen erlaubt
Und den Konservativen die Tugendmär: Reichtum durch eigene Kraft.
Nicht genug, sie verdienen mehr Geld mit der Schreibtischtat,
Und das Risiko geben sie ab, die es planen am Brett.
Ihren Sieg beim Gesellschaftsspiel kriegen sie immer zuletzt.
Sich zu zügeln ist schwach: so die kapitalistische Art,
Du musst wollen, um etwas zu kriegen. Bist du jemals zufrieden
Bedenke dies: Krieg kommt von kriegen. Das reimt sich auf siegen.
Für die neue Vermessung des Orients sendet man
Eine Handvoll Soldaten, verpflichtet zu Demokratie
Und dem westlichen Wert, in Islamdiktaturen als Ziel
Die Verbessrung der Welt in ein Land, dem man Öl entwenden kann.
Nur durch Arbeit und Sinn ein Gefühl von Verdienst geschafft
Hat der Starke Staat Panzer und Glauben im Fernsehn verstaut,
Überwachung (zur Sicherheit), Tod mittels Drohnen erlaubt
Und den Konservativen die Tugendmär: Reichtum durch eigene Kraft.
Nicht genug, sie verdienen mehr Geld mit der Schreibtischtat,
Und das Risiko geben sie ab, die es planen am Brett.
Ihren Sieg beim Gesellschaftsspiel kriegen sie immer zuletzt.
Sich zu zügeln ist schwach: so die kapitalistische Art,
Du musst wollen, um etwas zu kriegen. Bist du jemals zufrieden
Bedenke dies: Krieg kommt von kriegen. Das reimt sich auf siegen.
Samstag, 16. April 2016
ironisch
ironisch
soll das jetzt satire sein
lakonisch wetzt dein helferlein
die scheren und setzt an
mich zu beschneiden
soll das jetzt satire sein
du präsident sagst kleinlich nein
und wehrsam bleibe dran
kunst zu vertreiben
soll das jetzt satire sein
die echten richter prüfen fein
die mehrheit aber dich
ich bleib bescheiden
soll das jetzt satire sein
lakonisch wetzt dein helferlein
die scheren und setzt an
mich zu beschneiden
soll das jetzt satire sein
du präsident sagst kleinlich nein
und wehrsam bleibe dran
kunst zu vertreiben
soll das jetzt satire sein
die echten richter prüfen fein
die mehrheit aber dich
ich bleib bescheiden
Freitag, 15. April 2016
Je mehr?
Je mehr?
Wie wir dich besiegen, Tod
Konnten wir nicht finden
Sitzen jetzt in deinem Boot.
Und du musst nur Grinsen.
Wir haben nie gesessen, Tod
Geruht nicht, seit wir dachten
Dass MEHR, Mehr, mehr uns dann verschont.
Und du kannst nur Lachen.
Wir haben gearbeitet, bis in den Tod
Kapital über Freunde gescheffelt.
Wir sagten uns täglich: ist alles im Lot.
Und du bist am Lächeln.
Wer hat uns belogen, Tod?
Geld. Es speichert vergossene
Zeit, die uns am Ende droht.
Und du bist verschlossen.
Wie wir dich besiegen, Tod
Konnten wir nicht finden
Sitzen jetzt in deinem Boot.
Und du musst nur Grinsen.
Wir haben nie gesessen, Tod
Geruht nicht, seit wir dachten
Dass MEHR, Mehr, mehr uns dann verschont.
Und du kannst nur Lachen.
Wir haben gearbeitet, bis in den Tod
Kapital über Freunde gescheffelt.
Wir sagten uns täglich: ist alles im Lot.
Und du bist am Lächeln.
Wer hat uns belogen, Tod?
Geld. Es speichert vergossene
Zeit, die uns am Ende droht.
Und du bist verschlossen.
Donnerstag, 14. April 2016
deinsmeins
deinsmeins
manchmal
stehen
wir ein
ander
nah
so nah
dass uns
das licht
zusammen
trifft
treffen
schatten
schmelzen
hell und
dunkel
ein
manchmal
stehen
wir ein
ander
nah
so nah
dass uns
das licht
zusammen
trifft
treffen
schatten
schmelzen
hell und
dunkel
ein
Mittwoch, 13. April 2016
umdrehen II
umdrehen II
sonntag kam geschlichen
die nacht hat ihn gemacht
aufstehn? nein. ich wuchte
gedankenlos den wanst
herum und ein gesicht
fremd und schlafend schön
berührt mich
an der nasenspitze
sonntag kam geschlichen
die nacht hat ihn gemacht
aufstehn? nein. ich wuchte
gedankenlos den wanst
herum und ein gesicht
fremd und schlafend schön
berührt mich
an der nasenspitze
Dienstag, 12. April 2016
Kaisertreu
Kaisertreu
Parade: wir gucken uns einmal im Jahr
Aus der Nähe mit tausend andern,
Die jubeln, das Kaiserpaar an.
Dem Lappen gelingt nichts im Kameralicht
Da wär Ich besser Kaiser geworden;
Verblödete Gören hat der.
Wer zückt die Pistole, beleidigt den Mann?
Will der Krieg? Krieg mit Deutschland! Mein Land
Folgt jubelnd dem Kaiserpaar dann!
Parade: wir gucken uns einmal im Jahr
Aus der Nähe mit tausend andern,
Die jubeln, das Kaiserpaar an.
Dem Lappen gelingt nichts im Kameralicht
Da wär Ich besser Kaiser geworden;
Verblödete Gören hat der.
Wer zückt die Pistole, beleidigt den Mann?
Will der Krieg? Krieg mit Deutschland! Mein Land
Folgt jubelnd dem Kaiserpaar dann!
Montag, 11. April 2016
Sonntag, 10. April 2016
Heldentod
Heldentod
Wenn dein Cape ein Lätzchen ist
Bist du meistens zuhause
Nachwuchs lässt keine Pause.
Wenn du aber männlich bist
Gibt das keine Applause.
Männer sind in der Klause
Denken, du wärst noch wie sie
Kein Geschlechts-Banause
Weil: darauf vertrau'n'se
Täglich, ständig im Betrieb.
Wertvoll sei nur ihr echtes Tun,
Kinderzieher hau'n'se
In ihr Glas wie Brause.
Fürchten: Wird niemals andersrum...
Wenn dein Cape ein Lätzchen ist
Bist du meistens zuhause
Nachwuchs lässt keine Pause.
Wenn du aber männlich bist
Gibt das keine Applause.
Männer sind in der Klause
Denken, du wärst noch wie sie
Kein Geschlechts-Banause
Weil: darauf vertrau'n'se
Täglich, ständig im Betrieb.
Wertvoll sei nur ihr echtes Tun,
Kinderzieher hau'n'se
In ihr Glas wie Brause.
Fürchten: Wird niemals andersrum...
Samstag, 9. April 2016
Gedankenübertragung
Gedankenübertragung
und auf einmal bin ich 30
und sehe, höre, schmecke
wie die mutter fühlte
wie die mutter dachte
und sie sagte, sie war 30
und sah dann, hörte, schmeckte
wie die mutter fühlte
wie die mutter dachte
das hab ich nicht geglaubt
und auf einmal bin ich 30
und sehe, höre, schmecke
wie die mutter fühlte
wie die mutter dachte
und sie sagte, sie war 30
und sah dann, hörte, schmeckte
wie die mutter fühlte
wie die mutter dachte
das hab ich nicht geglaubt
Freitag, 8. April 2016
Farbig
Farbig
Farbenfrohes Jahreskleid
Hat Grau zu Gelb gemacht.
Blau ist Gelb geworden
Und ich hab nachgedacht,
Was Dunkelheit verborgen hat,
Hat mein Blindenband befreit.
Farbenfrohes Jahreskleid
Hat Grau zu Gelb gemacht.
Blau ist Gelb geworden
Und ich hab nachgedacht,
Was Dunkelheit verborgen hat,
Hat mein Blindenband befreit.
Donnerstag, 7. April 2016
Literaturkritik
Literaturkritik
Flammenhitze schlägt mit Fäusten ins Gesicht
Der schwachen Gedanken, Gemüter.
Sagt keiner: wir werden sie nicht wieder
Abtransportieren wie Güter.
Flammenzunge leckt den Geist, am Rathausplatz
Betrachten wir jubelnd die Bücher.
Sagt keiner, dass es uns nicht kratzt, aber
Schweigen ist sicherlich klüger.
Flammenhitze schlägt mit Fäusten ins Gesicht
Der schwachen Gedanken, Gemüter.
Sagt keiner: wir werden sie nicht wieder
Abtransportieren wie Güter.
Flammenzunge leckt den Geist, am Rathausplatz
Betrachten wir jubelnd die Bücher.
Sagt keiner, dass es uns nicht kratzt, aber
Schweigen ist sicherlich klüger.
Mittwoch, 6. April 2016
schlafen, bei
schlafen, bei
getrunken, getanzt, bei % geschlafen.
dem nachtrausch entkommen? nicht ganz
verkatert erwachen zieht sich bis mittags
und bei wird durch mit leicht ersetzt.
getrunken, getanzt, bei % geschlafen.
dem nachtrausch entkommen? nicht ganz
verkatert erwachen zieht sich bis mittags
und bei wird durch mit leicht ersetzt.
Dienstag, 5. April 2016
Gastrecht
Gastrecht
Willkommen im Bahnhofsmilieu,
Wo wir strunzdämlich hocken,
Tagein tagaus.
Zugeflatter erdulden.
Um Brötchenstücke
Müssen wir zicken
Bevor wir sie picken.
Heischendes Murren.
Es warnt
Nicht vor Markierung
Unausgewählter Besucher.
Sie zucken im Bahnhofsmilieu.
Willkommen im Bahnhofsmilieu,
Wo wir strunzdämlich hocken,
Tagein tagaus.
Zugeflatter erdulden.
Um Brötchenstücke
Müssen wir zicken
Bevor wir sie picken.
Heischendes Murren.
Es warnt
Nicht vor Markierung
Unausgewählter Besucher.
Sie zucken im Bahnhofsmilieu.
Montag, 4. April 2016
Sonntag, 3. April 2016
Dokumentarisch
Dokumentarisch
Die Kamera folgt dem Weisen in seine Höhle,
Ein kleines Einzimmerappartment
Im Plattenbau-(sagt man jetzt)-"Basement".
Der Toningenieur hört eine Nachbarin grölen.
Im Studio sichtbar: das wird eine geile Location;
Fürn Fernsehbildschirm natürlich.
Dabei ist nichts davon wirklich:
Erschaffen sind Weiser und Team und im Keller das Kreischen.
Erfunden ist auch der Moment des Betretens, gefunden
Im Kopf eines Dichters. Er leimt die
Erinnerungslücken, vereint sie
In Worten mit Lesersichtstücken und hält sie gebunden.
Der Moment ist erdacht, bloßes Gedankengeflecht,
Irreale Geschichte - aber macht ihn das weniger echt?
Die Kamera folgt dem Weisen in seine Höhle,
Ein kleines Einzimmerappartment
Im Plattenbau-(sagt man jetzt)-"Basement".
Der Toningenieur hört eine Nachbarin grölen.
Im Studio sichtbar: das wird eine geile Location;
Fürn Fernsehbildschirm natürlich.
Dabei ist nichts davon wirklich:
Erschaffen sind Weiser und Team und im Keller das Kreischen.
Erfunden ist auch der Moment des Betretens, gefunden
Im Kopf eines Dichters. Er leimt die
Erinnerungslücken, vereint sie
In Worten mit Lesersichtstücken und hält sie gebunden.
Der Moment ist erdacht, bloßes Gedankengeflecht,
Irreale Geschichte - aber macht ihn das weniger echt?
Samstag, 2. April 2016
In der Collage
In der Collage
Kunst oder Schrott
dazwischen, inmitten
Ich -
vor schweigender
Hintergrundstadt-
kulisse
Was kann weg?
Was bleibt hier?
alles
lebt geschieden
von den Vorbei-
Gleit-Bahnen
Kunst oder Schrott
dazwischen, inmitten
Ich -
vor schweigender
Hintergrundstadt-
kulisse
Was kann weg?
Was bleibt hier?
alles
lebt geschieden
von den Vorbei-
Gleit-Bahnen
Freitag, 1. April 2016
Zeit ist Geld
Zeit ist Geld
Ich lieg auf meinem Speicher rum
Und kann mir doch nichts kaufen
Ich bin doch nur ein Schleicher, drum
Muss ich in Arbeit ersaufen.
Ich lieg auf meinem Rücken, krumm
Hat ihn die Last gebogen.
Wie lang geh ich auf Krücken - wumm!
Wer hat sie weggezogen?
Ich lieg auf meiner Zunge, stumm
Bedaure ich die Zeiten
Bis ich tatlos und vermummt
Aus dem Leben gleite.
Ich lieg auf meinem Speicher rum
Und kann mir doch nichts kaufen
Ich bin doch nur ein Schleicher, drum
Muss ich in Arbeit ersaufen.
Ich lieg auf meinem Rücken, krumm
Hat ihn die Last gebogen.
Wie lang geh ich auf Krücken - wumm!
Wer hat sie weggezogen?
Ich lieg auf meiner Zunge, stumm
Bedaure ich die Zeiten
Bis ich tatlos und vermummt
Aus dem Leben gleite.
Donnerstag, 31. März 2016
Hunderleben
Hunderleben
Guck dir im Fenster
Deine Stadt gut an
Aber du kennst sie
Schon gut und guckst
Auf die Leute.
Die Straßenbahn bremst
Zaghaft dann hart
Sitzen bleibst du
Und gelassen
Wo andere bellten
Kein Ton.
Guck dir im Fenster
Deine Stadt gut an
Aber du kennst sie
Schon gut und guckst
Auf die Leute.
Die Straßenbahn bremst
Zaghaft dann hart
Sitzen bleibst du
Und gelassen
Wo andere bellten
Kein Ton.
Mittwoch, 30. März 2016
Harte Verhandlung
Harte Verhandlung
basar und geschäft zu verwechseln
hat leicht zu verwirrung geführt.
der ladenbesitzer ließ schlecht mit sich reden
obwohl er doch türkisch aussah...
basar und geschäft zu verwechseln
hat leicht zu verwirrung geführt.
der ladenbesitzer ließ schlecht mit sich reden
obwohl er doch türkisch aussah...
Dienstag, 29. März 2016
Wandel
Wandel
Wir geben euch Essensgeld.
- Arbeit haben wir keine.
Und schuldige Migranten
Nennen wir weiterhin schuldig
Verschweigen ihr Kriegsgebiet
Das wir da extra erzeugten.
- Feinbilder sichern die Wirtschaft.
Sie schreit und beleidigt
Beschwichtigend schweige ich klein
Ihr Wohlwollen kehrt wieder
Die Ursache wollte ich nicht.
Wir geben euch Essensgeld.
- Arbeit haben wir keine.
Und schuldige Migranten
Nennen wir weiterhin schuldig
Verschweigen ihr Kriegsgebiet
Das wir da extra erzeugten.
- Feinbilder sichern die Wirtschaft.
Sie schreit und beleidigt
Beschwichtigend schweige ich klein
Ihr Wohlwollen kehrt wieder
Die Ursache wollte ich nicht.
Montag, 28. März 2016
Sonntag, 27. März 2016
Diffinition
Diffinition
Ich stehe vor dem Elternhaus
Und sehe all die Sachen
Die sie falsch machen.
Wann lassen sie mich endlich raus?
Dann steh ich vor der weiten Welt
Und sehe die Gesellschaft
Die sich verstellt hat.
Wann werden die richtigen Fragen gestellt?
Jetzt stehe ich vor meiner Ex
Und seh in ihren Augen
Taten, die nichts taugen.
Hat sie sich jemals in andre versetzt?
Intrinsisch definiert wird wenig.
Die Differenz lebt stetig.
Ich stehe vor dem Elternhaus
Und sehe all die Sachen
Die sie falsch machen.
Wann lassen sie mich endlich raus?
Dann steh ich vor der weiten Welt
Und sehe die Gesellschaft
Die sich verstellt hat.
Wann werden die richtigen Fragen gestellt?
Jetzt stehe ich vor meiner Ex
Und seh in ihren Augen
Taten, die nichts taugen.
Hat sie sich jemals in andre versetzt?
Intrinsisch definiert wird wenig.
Die Differenz lebt stetig.
Samstag, 26. März 2016
Die Welt raucht
Die Welt raucht
besonders unausweichlich
wo ich mich hinbegeb
und schlägt zum Untergang
mir auf die Knochen
knackt und bricht
mein Wohlsein
und mein Herz
und schwächt
mir Geist und Körper
die ich brauch
schon auf dem kurzen Stück
von einer Bahn zur andern
wo ich mich hinbegeb
mir auf die Knochen
knackt und bricht
mein Wohlsein
und mein Herz
und schwächt
die ich brauch
schon auf dem kurzen Stück
von einer Bahn zur andern
Freitag, 25. März 2016
An die Wand gestellt
An die Wand gestellt
Ihr steht wie Kriegsverbrecher
Täglich sehe ich euch an
In meinem Hauseingang
Und lebt wie ein Versprecher
Fort und fort und fort.
Ihr seid ein altes Kampflied
Lettern aus der Hoffnungszeit
In eine Welt gesprayt
Der wenig an dem Klang liegt
Von "All you need is love".
Ihr steht wie Kriegsverbrecher
Täglich sehe ich euch an
In meinem Hauseingang
Und lebt wie ein Versprecher
Fort und fort und fort.
Ihr seid ein altes Kampflied
Lettern aus der Hoffnungszeit
In eine Welt gesprayt
Der wenig an dem Klang liegt
Von "All you need is love".
Donnerstag, 24. März 2016
Neue Kategorien
Neue Kategorien
Die Luft flimmert
Vom Feuer des Wandels
Was brennt in den Straßen?
Die Fremde
Verbirgt sich im Schein.
Wir finden auch sie
In Ruinen.
Die Luft flimmert
Vom Feuer des Wandels
Was brennt in den Straßen?
Die Fremde
Verbirgt sich im Schein.
Wir finden auch sie
In Ruinen.
Mittwoch, 23. März 2016
was für ein Umgang
was für ein Umgang
der schießbefehl dringt bis zur grenze
wo fluchtlärm ihn gottseidank birgt.
den hass auf die menschen, die nicht anders können
verscheißt ihr gebrüllt in die welt
der schießbefehl dringt bis zur grenze
wo fluchtlärm ihn gottseidank birgt.
den hass auf die menschen, die nicht anders können
verscheißt ihr gebrüllt in die welt
Dienstag, 22. März 2016
Im Land der Masken III
Im Land der Masken III
Mein Gesicht versteift sich zu
Was es denkt, was ich bin,
Was es darstellen soll.
Ein Biologismus?
Ein Soziologismus?
Ein weiterer Automatismus.
Wie Herzschlag.
Mein Gesicht versteift sich zu
Was es denkt, was ich bin,
Was es darstellen soll.
Ein Biologismus?
Ein Soziologismus?
Ein weiterer Automatismus.
Wie Herzschlag.
Montag, 21. März 2016
Sonntag, 20. März 2016
Dunkler Sonnenaufgang
Dunkler Sonnenaufgang
Starrt nicht hin, denk ich. Die Spannung ist wie vorm Gewitter,
Doch gelangt von den Leuten allein in die Luft
Die erweckt auf die Straße, ihr Schlaf wie verpufft,
Wie verdampft, wie verätzt, wie verblitzt, wie zersplittert
Traten, erstarrend wie schläfrig im Doppelspaltzwielicht.
Noch erzittert mein Magen minütlich im Dunst
Deiner Gunst; Experimentator; wer du bist
Was du misst, wenn das Licht uns zu dunkel ist
Weiß ich wohl, was es braucht, wie viel Zeit, bis es rummst
In der Matrix; die Augen wittern begierig.
Einander; starrt nicht, denk ich, gespannt vor Gewitter.
Es bleibt aus. Wir erwachen, ich schlief nie, im Bett
Vom Blauhimmelfrühlingsduft wärmlich zugedeckt;
Wie gelöst und gelassen. Wie wach. Wie verliebt.
Starrt nicht hin, denk ich. Die Spannung ist wie vorm Gewitter,
Doch gelangt von den Leuten allein in die Luft
Die erweckt auf die Straße, ihr Schlaf wie verpufft,
Wie verdampft, wie verätzt, wie verblitzt, wie zersplittert
Traten, erstarrend wie schläfrig im Doppelspaltzwielicht.
Noch erzittert mein Magen minütlich im Dunst
Deiner Gunst; Experimentator; wer du bist
Was du misst, wenn das Licht uns zu dunkel ist
Weiß ich wohl, was es braucht, wie viel Zeit, bis es rummst
In der Matrix; die Augen wittern begierig.
Einander; starrt nicht, denk ich, gespannt vor Gewitter.
Es bleibt aus. Wir erwachen, ich schlief nie, im Bett
Vom Blauhimmelfrühlingsduft wärmlich zugedeckt;
Wie gelöst und gelassen. Wie wach. Wie verliebt.
Samstag, 19. März 2016
Muss man Feminist sein?
Muss man Feminist sein?
Die Frage stellt, na klar,
Der angepasste Mann,
König der Kultur.
Der Spieler sieht, na klar,
Für sich die beste Chance,
Wenn weniger ist mehr.
Das Spiel gewinnt, na klar,
Auch nur, wer spielen darf.
Spieler sein ist leicht.
Das Spiel bestimmt, na klar,
Wer eingelassen wird
Darf Teil der Lösung sein.
Die Antwort ist: na klar,
Als rücksichtsvoller Mensch
Gibt es keine Wahl.
Die Frage stellt, na klar,
Der angepasste Mann,
König der Kultur.
Der Spieler sieht, na klar,
Für sich die beste Chance,
Wenn weniger ist mehr.
Das Spiel gewinnt, na klar,
Auch nur, wer spielen darf.
Spieler sein ist leicht.
Das Spiel bestimmt, na klar,
Wer eingelassen wird
Darf Teil der Lösung sein.
Die Antwort ist: na klar,
Als rücksichtsvoller Mensch
Gibt es keine Wahl.
Freitag, 18. März 2016
Portocristo
Portocristo
Im Stadtplan wie Little-New-York unterwegs
Die Straßen sind hügelhaft, eng, sauber, hell
Das Meer ist auch klein, einer Bucht hinterlegt.
Erwartet ihre Schiffe? Nur Bötchen gefällts
Im Hafen, Touristen auf Touren zu nehmen
Und rein mit den Polstern: sie sehen den Regen.
Verandadach undicht. Ist die Sonne zurück
Kommen sie gleich wieder raus.
Im Stadtplan wie Little-New-York unterwegs
Die Straßen sind hügelhaft, eng, sauber, hell
Das Meer ist auch klein, einer Bucht hinterlegt.
Erwartet ihre Schiffe? Nur Bötchen gefällts
Im Hafen, Touristen auf Touren zu nehmen
Und rein mit den Polstern: sie sehen den Regen.
Verandadach undicht. Ist die Sonne zurück
Kommen sie gleich wieder raus.
Donnerstag, 17. März 2016
Fryday
Fryday
fastenbrechen:
jede woche geht es
vor dem samstag christlich zu.
statt fisch gibts jetzt frittiertes
fastenbrechen:
jede woche geht es
vor dem samstag christlich zu.
statt fisch gibts jetzt frittiertes
Mittwoch, 16. März 2016
das falsche aufgekehrt
das falsche aufgekehrt
gebest. und hinaus mit dem kehricht!
muss niesen vom flockenden staub
dem blicke ich nicht hinterher in die tonne.
Wohin ist mein Ohrring verschwunden?
gebest. und hinaus mit dem kehricht!
muss niesen vom flockenden staub
dem blicke ich nicht hinterher in die tonne.
Wohin ist mein Ohrring verschwunden?
Dienstag, 15. März 2016
Drink some dreams
Drink some dreams
Die Vampire des Westens locken
Mit Träumen, die nichts als versprechen
Und trinken.
Trinken nur unser Bestes.
Lebenssaft.
Die Vampire des Westens kommen
Wenn Spannung uns Sitzfleisch abnötigt
Und sprühen.
Sprühen auf unser Sofa.
Lebenssaft.
Die Vampire des Westens wachen
Geübt an den Kassen, erwarten
Und träumen.
Träumen von unserem Geld.
Lebenssaft.
Die Vampire des Westens locken
Mit Träumen, die nichts als versprechen
Und trinken.
Trinken nur unser Bestes.
Lebenssaft.
Die Vampire des Westens kommen
Wenn Spannung uns Sitzfleisch abnötigt
Und sprühen.
Sprühen auf unser Sofa.
Lebenssaft.
Die Vampire des Westens wachen
Geübt an den Kassen, erwarten
Und träumen.
Träumen von unserem Geld.
Lebenssaft.
Montag, 14. März 2016
Sonntag, 13. März 2016
Geschichten
Geschichten
Noch kniest du im Bett und betrachtest das andere Licht
Voll Furcht: wird dein Pflaster - die Welt - diese Nacht überleben?
Und schwer vom Erleben versenkst du den Kopf. Übergeben
Der Stimme des Vaters, die neue Erzählungen spricht.
Dein Schulweg erweitert dein Straßengebiet. Erste Pflicht
Verlangt, dass Gedankenwege sich weniger prägen.
Umspielte Laternen sind nachmittags Monster. Wir geben
Die Formen, erlebt und gelesen im Nachtlampenlicht.
Wenn Straßen noch Strecken und keine Erlebnisse sind,
Dann bist du erwachsen. Die Wege sind fest und gegangen.
Dann liest du alleine, wohin die Geschichten gelangen:
Erzähltes prägt wirklich und weckt so dein inneres Kind.
Dann kniest du wieder (als Jemand) im Bett vor dem Fenster
Und fragst dich, sind die orange Laternen Gespenster.
Noch kniest du im Bett und betrachtest das andere Licht
Voll Furcht: wird dein Pflaster - die Welt - diese Nacht überleben?
Und schwer vom Erleben versenkst du den Kopf. Übergeben
Der Stimme des Vaters, die neue Erzählungen spricht.
Dein Schulweg erweitert dein Straßengebiet. Erste Pflicht
Verlangt, dass Gedankenwege sich weniger prägen.
Umspielte Laternen sind nachmittags Monster. Wir geben
Die Formen, erlebt und gelesen im Nachtlampenlicht.
Wenn Straßen noch Strecken und keine Erlebnisse sind,
Dann bist du erwachsen. Die Wege sind fest und gegangen.
Dann liest du alleine, wohin die Geschichten gelangen:
Erzähltes prägt wirklich und weckt so dein inneres Kind.
Dann kniest du wieder (als Jemand) im Bett vor dem Fenster
Und fragst dich, sind die orange Laternen Gespenster.
Samstag, 12. März 2016
Rhetorik
Rhetorik
Rheotorik ist ähnlich
Der Synästhesie.
Worte bewegen die Sinne.
Schall erregt das Gefühl.
Einfluss fließt ein und
Manchmal ist er zu viel.
Rheotorik ist ähnlich
Der Synästhesie.
Worte bewegen die Sinne.
Schall erregt das Gefühl.
Einfluss fließt ein und
Manchmal ist er zu viel.
Freitag, 11. März 2016
totgeschwiegen
totgeschwiegen
dass was vorging, ahnte ich schon mal
an den verschworenen blicken
dass das kleinkind vorerst nicht tot war
blieb der verlorenen familie
was sollte ich sagen
so schwieg ich, sie starben
gewusst hab ich gar nichts
gefühlt...
dass was vorging, ahnte ich schon mal
an den verschworenen blicken
dass das kleinkind vorerst nicht tot war
blieb der verlorenen familie
was sollte ich sagen
so schwieg ich, sie starben
gewusst hab ich gar nichts
gefühlt...
Donnerstag, 10. März 2016
Identitäter 2
Identitäter 2
seh euch an
seht euch an
seht mich an
seh mich an
durch die scheibe
mein atem
ein schleier
im werden
seh mich an
seh euch an
seht mich an
seht euch an
abwechselnd
werden
und sein
seht mich an
seht euch an
gleichzeitig
und sein
werden
seh mich an
seh mich
seh euch an
seht euch an
seht mich an
seh mich an
durch die scheibe
mein atem
ein schleier
im werden
seh mich an
seh euch an
seht mich an
seht euch an
abwechselnd
werden
und sein
seht mich an
seht euch an
gleichzeitig
und sein
werden
seh mich an
seh mich
Mittwoch, 9. März 2016
in der Stadt
in der Stadt
Erschüttert verbeißt sich mein Stahlblick
Vom Sattel herab in die Schrift
Des Kennzeichens - wage die Absicht des Fahrers
Als Maßregelung zu begreifen
Erschüttert verbeißt sich mein Stahlblick
Vom Sattel herab in die Schrift
Des Kennzeichens - wage die Absicht des Fahrers
Als Maßregelung zu begreifen
Dienstag, 8. März 2016
zweimal reicht nicht
zweimal reicht nicht
wie beseelt
durch leben mit euch
einem untod entrissen
Die Heimkehr nach
Stunden der Fahrt
Reflektierte es, Glück
Unüberwindbar
Auf Lippen, Gesicht
Und vergeistigte.
das ist liebe
und kitsch, wie das klingt
wie geborren kann kitsch sein
wie beseelt
durch leben mit euch
einem untod entrissen
Die Heimkehr nach
Stunden der Fahrt
Reflektierte es, Glück
Unüberwindbar
Auf Lippen, Gesicht
Und vergeistigte.
das ist liebe
und kitsch, wie das klingt
wie geborren kann kitsch sein
Montag, 7. März 2016
Sonntag, 6. März 2016
Über den Tellerrand
Über den Tellerrand
Neuseeland, Australien - fliegt
In die dörfliche Welt, auf den Wegen
Überall Freundschaft zu pflegen.
Wer Orte und Leute kennt, siegt.
Sieht super im Lebenslauf aus
So Auslandserfahrung ist wichtig!
Nicht wichtig, doch sogar verpflichtend
Sonst fällst du nur aus der Norm raus!
Die Norm ... wie gewollt ist normal?
Zu reisen, durch Länder zu fahren
Wo niemand... dann... alle schon waren?
Besonders sein bindet erst, wird dann egal
Und über den Tellerrand sehen
Heißt dann nur noch, Tisch zu begehen.
Neuseeland, Australien - fliegt
In die dörfliche Welt, auf den Wegen
Überall Freundschaft zu pflegen.
Wer Orte und Leute kennt, siegt.
Sieht super im Lebenslauf aus
So Auslandserfahrung ist wichtig!
Nicht wichtig, doch sogar verpflichtend
Sonst fällst du nur aus der Norm raus!
Die Norm ... wie gewollt ist normal?
Zu reisen, durch Länder zu fahren
Wo niemand... dann... alle schon waren?
Besonders sein bindet erst, wird dann egal
Und über den Tellerrand sehen
Heißt dann nur noch, Tisch zu begehen.
Samstag, 5. März 2016
Farbiger Geschmack
Farbiger Geschmack
ich denke, beige ist müde
ich denke, rot ist kraft
ein mundgefühl von trübheit
ist dunkelgrün gedacht
ich denke, beige ist müde
ich denke, rot ist kraft
ein mundgefühl von trübheit
ist dunkelgrün gedacht
Freitag, 4. März 2016
empört
empört
Ich bin in Gesellschaft
Und hör das Gemecker
Lächeln und nicken
Lächeln und nicken
Mir geht die Gefühlskraft
Bedingt auf den Wecker
Lächeln und nicken
Lächeln und nicken
Mich selbst erregt wenig
Drum schweige ich gerne
Lächeln und nicken
Lächeln und nicken
Es bringt mir doch eh nichts
Mein Leben machts ärmer
Lächeln und nicken
Lächeln und nicken
Oh, wirke ich dämlich?
Hab kein Interesse?
Lächeln und nicken
Lächeln und nicken
Ich bin in Gesellschaft
Und hör das Gemecker
Lächeln und nicken
Lächeln und nicken
Mir geht die Gefühlskraft
Bedingt auf den Wecker
Lächeln und nicken
Lächeln und nicken
Mich selbst erregt wenig
Drum schweige ich gerne
Lächeln und nicken
Lächeln und nicken
Es bringt mir doch eh nichts
Mein Leben machts ärmer
Lächeln und nicken
Lächeln und nicken
Oh, wirke ich dämlich?
Hab kein Interesse?
Lächeln und nicken
Lächeln und nicken
Donnerstag, 3. März 2016
ab
ab
abgelegen der abort
abgelassen, abgesendet
abgegeben - absolut -
abgeseilt
nicht dran, nicht fest
und abgelenkt
abgelegen der abort
abgelassen, abgesendet
abgegeben - absolut -
abgeseilt
nicht dran, nicht fest
und abgelenkt
Mittwoch, 2. März 2016
Reisen
Reisen
Verpasste den Zug, war der letzte
Ich seh ihm vom Gleis hinterher
Die Nacht ist am Bahnhof verneont und kalt
Besiegte die Fremde mir das Gemüt
Verpasste den Zug, war der letzte
Ich seh ihm vom Gleis hinterher
Die Nacht ist am Bahnhof verneont und kalt
Besiegte die Fremde mir das Gemüt
Dienstag, 1. März 2016
Völler
Völler
Vom Buffet an den Tisch,
Den du ganz allein besitzt,
Trägst du übergefüllte Teller
Vom Buffet an den Tisch
Stunde um Stunde
Zum Meer im Blick
Die Minuten vom Frühstück
Auszukosten
Vom Buffet an den Tisch,
Den du ganz allein besitzt,
Trägst du übergefüllte Teller
Vom Buffet an den Tisch
Stunde um Stunde
Zum Meer im Blick
Die Minuten vom Frühstück
Auszukosten
Montag, 29. Februar 2016
Sonntag, 28. Februar 2016
im Flüstern
im Flüstern
Es dauert, bis das Bahnsteigdach den Niesel
In schweren Schüben auf den Bahnsteig schickt.
Geräuschgedanken, bis es sich begibt,
Dass Rauch des Rauchers in die Nase wieselt.
Die Pfütze will wie falsches Plastik wirken;
Ich stehe bei ihr, gucke konzentriert
Den Tropfenfall und höre wie verirrt
Ihr Flüstern und wie Wahrheit intonierte:
Als wie dreist sich manche Persönchen am Bahnsteig erweisen,
Die wagen, im Dach ihr Rauchwerk einzuziehen.
Wir sollen in den Nieselregen fliehen?
Mir flüsterts wahr, er könnt durch mich entgleisen...
Verrückt sein und verrücken - dieser Grat ist schmal -
Trennt psychopathischen Mörder von normal.
Es dauert, bis das Bahnsteigdach den Niesel
In schweren Schüben auf den Bahnsteig schickt.
Geräuschgedanken, bis es sich begibt,
Dass Rauch des Rauchers in die Nase wieselt.
Die Pfütze will wie falsches Plastik wirken;
Ich stehe bei ihr, gucke konzentriert
Den Tropfenfall und höre wie verirrt
Ihr Flüstern und wie Wahrheit intonierte:
Als wie dreist sich manche Persönchen am Bahnsteig erweisen,
Die wagen, im Dach ihr Rauchwerk einzuziehen.
Wir sollen in den Nieselregen fliehen?
Mir flüsterts wahr, er könnt durch mich entgleisen...
Verrückt sein und verrücken - dieser Grat ist schmal -
Trennt psychopathischen Mörder von normal.
Samstag, 27. Februar 2016
Unbenannt
Unbenannt
Modern tippen Schreiber ins Fenster,
Das Weiß seiner Leere vertreibend,
Es weiß keine Lehre. Verbleibend
Neckt, Zeile für Zeile, das Fenster.
Modern sitzt die Schreibende aufrecht,
Verbeugt sich nicht rückenaufreibend.
Die Vorteile, leicht zu erleiden -
Es schwert jeder Nachteil das Aufrecht.
Modern (in der Cloud) wird gespeichert,
Um immer Gedichte zu schreiben,
Muss alles verfügbar dabei sein.
Dann ist plötzlich mein Text nicht gespeichert!
Modern tippen Schreiber ins Fenster,
Das Weiß seiner Leere vertreibend,
Es weiß keine Lehre. Verbleibend
Neckt, Zeile für Zeile, das Fenster.
Modern sitzt die Schreibende aufrecht,
Verbeugt sich nicht rückenaufreibend.
Die Vorteile, leicht zu erleiden -
Es schwert jeder Nachteil das Aufrecht.
Modern (in der Cloud) wird gespeichert,
Um immer Gedichte zu schreiben,
Muss alles verfügbar dabei sein.
Dann ist plötzlich mein Text nicht gespeichert!
Freitag, 26. Februar 2016
oh namenlose
oh namenlose
oh namenlose see
so harmlos wehst
du warm, bloß steht
umarmend, wo es geht
die namenlose see
oh namenlose see
so harmlos wehst
du warm, bloß steht
umarmend, wo es geht
die namenlose see
Donnerstag, 25. Februar 2016
gewesen
gewesen
was wäre wohl
wär niemals jemand hier gewesen
das leere land
verlangt. wir sind daran genesen
was wäre wohl
wär niemals etwas hier gebaut
das leere land
verbannt. wir haben es versaut
was wäre wohl
wär niemals jemand eingekehrt
das leere land
erkannt. wär immer unversehrt
was wäre wohl
wär niemals jemand hier gewesen
das leere land
verlangt. wir sind daran genesen
was wäre wohl
wär niemals etwas hier gebaut
das leere land
verbannt. wir haben es versaut
was wäre wohl
wär niemals jemand eingekehrt
das leere land
erkannt. wär immer unversehrt
Mittwoch, 24. Februar 2016
umdrehen
umdrehen
mexican standoff: geeignete weise
konflikte zur nächsten stufe zu heben
sind die bestochenen auf deiner seite...
der ausgang liegt sonst eher abwärts.
mexican standoff: geeignete weise
konflikte zur nächsten stufe zu heben
sind die bestochenen auf deiner seite...
der ausgang liegt sonst eher abwärts.
Dienstag, 23. Februar 2016
schal
schal
einsam und seit stunden
ein bier steht ohne schaum
es zu entsorgen überwunden
habe ich mich kaum
als einer dieser kunden
rüpelt wie ein baum
rechtfertigt das mein handeln
ein bier als frisch gemacht
durch Umschütten zu wandeln
und diesem angedacht
an den tisch zu schandeln
ist das angebracht
einsam und seit stunden
ein bier steht ohne schaum
es zu entsorgen überwunden
habe ich mich kaum
als einer dieser kunden
rüpelt wie ein baum
rechtfertigt das mein handeln
ein bier als frisch gemacht
durch Umschütten zu wandeln
und diesem angedacht
an den tisch zu schandeln
ist das angebracht
Montag, 22. Februar 2016
Sonntag, 21. Februar 2016
Pamphlet
Pamphlet
Närrlein, in den Thronsaal,
Versuch dein Bildungsstück.
Der Pöbel ist nicht gleich entzückt
Von deinem Ideal.
Närrlein dort im Thronsaal,
Dein König ist dein Volk.
Sie geben dir kein Gold,
Weißt es jetzt schonmal.
Närrlein aus dem Thronsaal,
Wieso trittst auf?
Niemand kennt die Seite, auf
Der du dich empfahlst.
Närrlein vor dem Thronsaal
Macht dich dieser Hohn fahl?
Närrlein, in den Thronsaal,
Versuch dein Bildungsstück.
Der Pöbel ist nicht gleich entzückt
Von deinem Ideal.
Närrlein dort im Thronsaal,
Dein König ist dein Volk.
Sie geben dir kein Gold,
Weißt es jetzt schonmal.
Närrlein aus dem Thronsaal,
Wieso trittst auf?
Niemand kennt die Seite, auf
Der du dich empfahlst.
Närrlein vor dem Thronsaal
Macht dich dieser Hohn fahl?
Samstag, 20. Februar 2016
Geldwert
Geldwert
"Kaufst du auch Brot? - aber
Bio!" hallt im Treppenhaus
Länger als einfaches Essen
Irgendwie schneidend
Als wäre was peinlich damit
'Viergiganeunzig?'
Ich schüttle den Kopf
Das ist doppelt so teuer...
Wie groß der Widerwille ist,
Einfach das Richtige tun
Griff in die Börse
Wie automatisch
Gib den 10-Ghz-Schein.
"Kaufst du auch Brot? - aber
Bio!" hallt im Treppenhaus
Länger als einfaches Essen
Irgendwie schneidend
Als wäre was peinlich damit
'Viergiganeunzig?'
Ich schüttle den Kopf
Das ist doppelt so teuer...
Wie groß der Widerwille ist,
Einfach das Richtige tun
Griff in die Börse
Wie automatisch
Gib den 10-Ghz-Schein.
Freitag, 19. Februar 2016
dekorativ
dekorativ
mit der fabrik kam die frau
die mehr putzte und sorgte
und den mann unterstützte
beim lebenserhalt.
mit der fabrik kam entfremdung.
schlau wurde seit der fabrik
propagiert: er entkorkte
und dass sie gläser spülte
ist lebensgewalt.
keine linderung seit der fabrik.
mit der fabrik kam die frau
die mehr putzte und sorgte
und den mann unterstützte
beim lebenserhalt.
mit der fabrik kam entfremdung.
schlau wurde seit der fabrik
propagiert: er entkorkte
und dass sie gläser spülte
ist lebensgewalt.
keine linderung seit der fabrik.
Donnerstag, 18. Februar 2016
Identitäter
Identitäter
mit MasterDis wie
Pilot in die Sonne
Opfern gefiltert
nicht schwarz und nicht weiß
aber dumpfer
eigene Blicke aufzustülpen
gebraucht und genommen
dann integriert
- ist doch kein Raubbau
mit MasterDis wie
Pilot in die Sonne
Opfern gefiltert
nicht schwarz und nicht weiß
aber dumpfer
eigene Blicke aufzustülpen
gebraucht und genommen
dann integriert
- ist doch kein Raubbau
Mittwoch, 17. Februar 2016
verkehren
verkehren
Was hat mich auf die Stadt gebracht?
Wie lang war meine Reise
Mit Fahrrad, Taxi, Straßenbahn,
Zu Fuß und über Gleise?
Wie schmutzig hier die Straßen sind,
Wer schmeißt Müll auf den Boden?
Wo kauf ich heut mein Essen ein?
Mit wem werd ichs noch treiben?
Was hat mich auf die Stadt gebracht?
Wie lang war meine Reise
Mit Fahrrad, Taxi, Straßenbahn,
Zu Fuß und über Gleise?
Wie schmutzig hier die Straßen sind,
Wer schmeißt Müll auf den Boden?
Wo kauf ich heut mein Essen ein?
Mit wem werd ichs noch treiben?
Dienstag, 16. Februar 2016
Krypto-Prosa
Krypto-Prosa
Die Straße herunter fand Rainer
Zeit um ein altes Barschild gewickelt.
Also entwickelte er sie. Natürlich
Erst nach ein paar Wochen,
Weil er zuerst einen alten Film
Für seine alte Kamera besorgen
Musste. Oldschool halt.
Seitdem nimmt sich Rainer stündlich
Zeit, um die Zeit zu betrachten.
Die Straße herunter fand Rainer
Zeit um ein altes Barschild gewickelt.
Also entwickelte er sie. Natürlich
Erst nach ein paar Wochen,
Weil er zuerst einen alten Film
Für seine alte Kamera besorgen
Musste. Oldschool halt.
Seitdem nimmt sich Rainer stündlich
Zeit, um die Zeit zu betrachten.
Montag, 15. Februar 2016
Sonntag, 14. Februar 2016
drauf klarkommen
drauf klarkommen
Wir träumen über Tage
Und schlafen traumlos nachts
Berauscht und unbewacht
Erwachen wir hart vom Gelage
Bewusstsein: übertragen,
Erweitert und verpflanzt
In einer Samen-Substanz.
Dazu können wir nichts sagen.
Wie sind wir reingeraten?
Geboren schnell, schneller tot
Sobald Reales droht
Wie wollen wirs verbraten?
Dem Ziel des Lebens gewahr:
Komm einfach drauf klar
Wir träumen über Tage
Und schlafen traumlos nachts
Berauscht und unbewacht
Erwachen wir hart vom Gelage
Bewusstsein: übertragen,
Erweitert und verpflanzt
In einer Samen-Substanz.
Dazu können wir nichts sagen.
Wie sind wir reingeraten?
Geboren schnell, schneller tot
Sobald Reales droht
Wie wollen wirs verbraten?
Dem Ziel des Lebens gewahr:
Komm einfach drauf klar
Samstag, 13. Februar 2016
Das Ende des Moments
Das Ende des Moments
Gedankenfluktuation
- unsere oder - ? -
der anderen Gäste
wir spinnen (so
lange) von Sinnen
und sehn uns so
intensiv
nicht-in-die-Augen/
nicht-ins-Gesicht/
nicht-in-die-winzigen-
Seelen der Kellner
bringt FEUER
ans Teelicht
Gedankenfluktuation
Das Essen kommt endlich.
Sie macht ein Foto.
Gedanken...
Gedankenfluktuation
- unsere oder - ? -
der anderen Gäste
wir spinnen (so
lange) von Sinnen
und sehn uns so
intensiv
nicht-in-die-Augen/
nicht-ins-Gesicht/
nicht-in-die-winzigen-
Seelen der Kellner
bringt FEUER
ans Teelicht
Gedankenfluktuation
Das Essen kommt endlich.
Sie macht ein Foto.
Gedanken...
Freitag, 12. Februar 2016
Sind wir verwandt?
Sind wir verwandt?
ab in den wagen
zum imbis an der ecke
ab in den magen
currywurstpommes
ab in den wagen
zur heimattoilette
gemocht, schlecht vertragen
aus der ros... tlaube
ab in den wagen
zum imbis an der ecke
ab in den magen
currywurstpommes
ab in den wagen
zur heimattoilette
gemocht, schlecht vertragen
aus der ros... tlaube
Donnerstag, 11. Februar 2016
Neue Geschichten
Neue Geschichten
ich kann das Erlebte beschichten
und halte ein vererbtes Gebräu
in Händen: sie müssen berichten.
Erfindungen wehren sich treu.
es gibt keine neuen Geschichten
nur alte, die gemacht sind wie neu.
ich kann das Erlebte beschichten
und halte ein vererbtes Gebräu
in Händen: sie müssen berichten.
Erfindungen wehren sich treu.
es gibt keine neuen Geschichten
nur alte, die gemacht sind wie neu.
Mittwoch, 10. Februar 2016
vermessen
vermessen
du sammelst daten
interpretiere...
gestörter empfang
Was hat sie gesagt?
rekalibriere...
blick anzupassen
du sammelst daten
interpretiere...
gib reaktion
"Was hast du gesagt?!
Bist du bescheuert?!"
gestörter empfang
du sammelst daten
interpretiere...
gestörter empfang
Was hat sie gesagt?
rekalibriere...
blick anzupassen
du sammelst daten
interpretiere...
gib reaktion
"Was hast du gesagt?!
Bist du bescheuert?!"
gestörter empfang
Dienstag, 9. Februar 2016
zwei Vögel
zwei Vögel
...besetzen ihre Gaube.
Im klaren Dämmermorgenschein des Frühlings
Erwartet ihr, wie menschlich fast, die Nacht -
Ein tiefer Glaube, der romantisch macht,
Und seht einander, sehnend nach dem Liebling,
Verliebt. Als wäre das kein Menschenwort.
Dann stieben sie, wie angefacht, hinfort.
...besetzen ihre Gaube.
Im klaren Dämmermorgenschein des Frühlings
Erwartet ihr, wie menschlich fast, die Nacht -
Ein tiefer Glaube, der romantisch macht,
Und seht einander, sehnend nach dem Liebling,
Verliebt. Als wäre das kein Menschenwort.
Dann stieben sie, wie angefacht, hinfort.
Montag, 8. Februar 2016
Sonntag, 7. Februar 2016
zarte Laute
zarte Laute
In stiller Zärtlichkeit hören wir einander flüstern,
Weil zärtlich sein nur in Stille geht
Was scheinbar die Natur verrät.
Ist Lautheit stets das Gegenteil von schüchtern?
Das Monster dämmert aus der Nacht der tausend Leben.
Ein Rauschklang, wenn man von Ferne sieht,
Vereinzelt sich zum Straßenbeat,
Dem alle ihre Stimmen geben.
Das Monster ist ein Riese: jeder Laut klingt schreiend.
Wer weiß, obs nicht eigentlich weint?
Wir haben ja immer gemeint,
Zart wäre ruheverleihend
Denn wer böse guckt und brüllt
Ist niemals von Liebe erfüllt.
In stiller Zärtlichkeit hören wir einander flüstern,
Weil zärtlich sein nur in Stille geht
Was scheinbar die Natur verrät.
Ist Lautheit stets das Gegenteil von schüchtern?
Das Monster dämmert aus der Nacht der tausend Leben.
Ein Rauschklang, wenn man von Ferne sieht,
Vereinzelt sich zum Straßenbeat,
Dem alle ihre Stimmen geben.
Das Monster ist ein Riese: jeder Laut klingt schreiend.
Wer weiß, obs nicht eigentlich weint?
Wir haben ja immer gemeint,
Zart wäre ruheverleihend
Denn wer böse guckt und brüllt
Ist niemals von Liebe erfüllt.
Samstag, 6. Februar 2016
Dalai-Lemma
Dalai-Lemma
Du stehst am Bahnsteig, wiedermal
Kommt der Bettler dir entgegen.
Wiedermal vergibst du Kleingeld
Wiedermal vergeht das Glück
Was Gutes zu tun ein Stück.
Du stehst am Bahnsteig, wiedermal
Kommt der Bettler dir entgegen.
Wiedermal vergibst du Kleingeld
Wiedermal vergeht das Glück
Was Gutes zu tun ein Stück.
Freitag, 5. Februar 2016
Streik
Streik
Zwei Parteien ziehen am Tau der Geschichte:
Der Morgen nach links, rechts das ewige Gestern.
Sie brüllen Parolen. Ganz hinten am stärksten
Und innen gemäßigt, hier denken sie ähnlich,
Verlieren einander tief in den Augen.
Die gestrigen schaffen verbissen, die Linken
Legen das Tau plötzlich nieder und - Streik!
Kontrahenten im Dreck.
Zwei Parteien ziehen am Tau der Geschichte:
Der Morgen nach links, rechts das ewige Gestern.
Sie brüllen Parolen. Ganz hinten am stärksten
Und innen gemäßigt, hier denken sie ähnlich,
Verlieren einander tief in den Augen.
Die gestrigen schaffen verbissen, die Linken
Legen das Tau plötzlich nieder und - Streik!
Kontrahenten im Dreck.
Donnerstag, 4. Februar 2016
Mittwoch, 3. Februar 2016
Glückspils
Glückspils
Wenn sich nach Mittag der Abend nährt
Sinkt die Konzentration
Und je älter die Stunde wird
Desto mehr nimmt der goldene
Freund dir die Sinne.
Wenn sich die Haustüre nährt
Steuert der Autopilot
Dich zum Kühlschrank.
Erleichternd zurück gibt der
Freund dir die Sinne.
Wenn sich nach Mittag der Abend nährt
Sinkt die Konzentration
Und je älter die Stunde wird
Desto mehr nimmt der goldene
Freund dir die Sinne.
Wenn sich die Haustüre nährt
Steuert der Autopilot
Dich zum Kühlschrank.
Erleichternd zurück gibt der
Freund dir die Sinne.
Dienstag, 2. Februar 2016
Tarnung?
Tarnung?
Demonstrativ ruht der Rucksack
Auf meinem schläfrigen Schoß
Wechsle verstohlen von Landschaft
Blicklich zum stehenden Tross
Der den Freiplatz am Fenster nicht sieht.
Auf meinem schläfrigen Schoß
Wechsle verstohlen von Landschaft
Blicklich zum stehenden Tross
Der den Freiplatz am Fenster nicht sieht.
Montag, 1. Februar 2016
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